Für alle, die gerne ein Buch oder einen E-Book Reader zur Hand nehmen, habe ich bei Books on Demand die nachfolgenden Gedichte, Geschichten und Impulse

in Eigenregie herausgebracht. Beide Formate sind ab sofort im  herkömmlichen Buchhandel sowie über viele Internetbuchhändler bestellbar.

Auch hier gilt: Wer die von mir gestalteten Inhalte dieser Homepage oder des Buches zweckdienlich nutzen möchte, hat meine ausdrückliche Erlaubnis.

Wer die kleinen Videokunstwerke von Redeemed nutzen möchte, wende sich bitte über YOUTUBE persönlich an sie. 

 

Hans – Georg Wigge

Jesus 24/7

Titelbild: Von Michael aus der wahren Geschichte "Zufall?"

ISBN: 9783744874526

Herstellung und Verlag: Books on Demand Norderstedt

 

 

Vorwort und Zeugnis

 

Nie hätte ich mir träumen lassen, dass es letztendlich ein großer Segen sein kann, wenn man zwar in einer christlichen Kultur aufwächst, diese mehr oder weniger verkrusteten Traditionen aber nicht dazu führen, Jesus Christus, Gott und Mensch, als seinen Erlöser kennen zu lernen, sondern den Glauben an Jesus sozusagen als Seiteneinsteiger zu finden. Das ermöglichte mir, völlig unvoreingenommen die Bibel zu lesen und ihr Wort als Wort Gottes zu erkennen, welches alle Fragen nach woher, wohin und warum beantwortet. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie sich ein Leben mit Jesus zu einem wahrhaft neuen Leben entwickelt, man muss es selbst herausfinden. Im krassen Gegensatz zur Meinung der neuen Atheisten in ihren erfolgreichen Bestsellern steht die Erfahrung, die der macht, der sein Leben in die Hände von Jesus legt. Jesus macht wirklich frei. Er gibt dem Leben Sinn. Er ist die Hand, die in Trauer, Leid und Tod auffängt. Er schenkt Vergebung durch seinen Tod am Kreuz. Tag für Tag dürfen wir neu beginnen und der Heilige Geist wird erfahrbar und weist uns den Weg aus jeder Bredouille. Nicht immer, wie wir Menschen uns das in unserem kleinen, begrenzten Menschendenken vorstellen, sondern viel besser, nach Gottes Plan. Für mich persönlich gibt es nur zu bereuen, dass ich die ersten Lebensjahrzehnte ohne Jesus Christus ziel- und planlos durch das Dasein ging. Jeder Mensch sucht nach dem Sinn des Lebens. Wer die Worte von Jesus Christus im neuen Testament liest und diese auch in sein Leben einfließen lässt, der wird den Sinn des Lebens finden. Leider verbinden die Menschen heute den Begriff Christ sofort mit Kirche jeglicher Art. Kirche ist von Menschen gemacht und wird nie fehlerfrei oder perfekt sein. Kirche reduziert sich in der allgemeinen Wahrnehmung auf Verbote und Gebote. Menschen deuten die Worte Jesu. Doch die Gemeinschaft mit anderen Christen ist immens wichtig. Menschen lassen natürlich auch ihre eigenen Gedanken, manchmal hilfreich, manchmal weniger hilfreich, mit in diese Deutungen einfließen. Unter dem Strich sind es aber Menschen. Nicht mehr und nicht weniger. Das gilt im Übrigen auch für das von mir Geschriebene. Ein christlicher Schriftsteller drückte es einmal treffend aus. Menschen sagen: „Befolge dies.“ Jesus sagt: „Folge mir.“ Wer einfach nur die Worte Jesu im neuen Testament liest und diese annimmt wie ein Kind, der bemerkt, dass sie den Spielraum für viele Interpretationen oftmals gar nicht hergeben, sondern unmissverständlich sind. Die Botschaft von Jesus macht frei von allen Zwängen der Welt, entlarvt die neuen Götzen unserer Zeit und macht unabhängig vom Urteil der Menschen und der Furcht nicht dazu zu gehören, wenn man nicht mit der Herde läuft. Er macht die Seele reich, man muss nichts bezahlen, man muss sich den Weg ins das paradiesische Leben nach dem Leben nicht mühsam erarbeiten oder verdienen. Aus Erfahrung kann ich sagen: Das macht wirklich frei. Wer natürlich noch nie einen Blick in das neue Testament geworfen hat und den neuen Zeitgeistblendern unserer Epoche kritiklos folgt, wird ihren Argumenten erliegen. Klug wäre es, einfach mal in der Bibel zu lesen (z. B. das Buch Prediger, welches aktuell ist, wie nie zuvor). Dort beschreibt Salomo, der reichste Mensch der damaligen Zeit, dass alles nur ein "Haschen nach Wind" ist. Die Frage dahinter lautet: Was bleibt und gibt dem Leben Sinn? Die noch größere Luxusvilla? Noch mehr Ruhm? Noch mehr Erfolg? Der Weltmeistertitel? Die Goldmedaille? Das noch schnellere Auto? Noch mehr Karriere? Noch mehr Party? Damit will ich nicht sagen, dass es nicht Spaß bereiten darf, beim Sport ein Sieger, in der Kunst kreativ, auf einer Feier fröhlich oder im Beruf erfolgreich zu sein. Immer wenn Derartiges das Leben beherrscht und zum größeren Gott neben dem wahren Gott wird, gerät die Seele in Schieflage. Auch die Hoffnung, die viele Menschen äußern, in ihren Kindern weiter zu leben ist nur ein Trugschluss. Jedes Kind ist einmalig, von Gott voller Liebe geschaffen, uns zu treuen Händen anvertraut, aber jedes für sich eine völlig neue Schöpfung, die ihren eigenen Weg geht. Welche Antwort geben wir unseren Kindern, wenn sie nach dem Sinn und dem Wegweiser dieses kurzen Lebens fragen? Besitz anhäufen? Superstar für einen Tag sein? Schönheit  vergöttern? Selbst so mancher Star unserer schönen neuen Medienwelt, dem Millionen von Fans den erhobenen Daumen bei Facebook schenken, fragt sich am Abend vielleicht in der nächsten Stadt im nächsten Hotelzimmer, was kommt danach? Letztendlich ist die Anerkennung für all jenes doch nur ein Versuch von allen geliebt zu werden. Die Sehnsucht danach kann weder von Menschen noch von Dingen befriedigt werden. Jesus aber redet in seiner Botschaft von dem wahren Reichtum, der nicht vom Rost zerfressen wird oder zu Staub verfällt. Es ist die Liebe, die Zeit opfert, die Reichtum teilt, die den Schwachen eine Stimme gibt, die Frieden unterstützt, die vergibt, wie auch uns vergeben wurde. Die nicht fragt: Was bekomme ich dafür? Der Mensch braucht Sicherheiten in seinem Leben. Aber ist das Wichtigste im Leben wirklich, gegen alle Eventualitäten versichert zu sein oder die Frage, ob die Rente später auch reicht, oder ob unsere staatliche Rundumversorgung in diesem reichen Land auch unseren Ansprüchen noch Genüge tut? Eine Stunde auf einer Intensivstation kann der Sinnlosigkeit dieser Jagd nach materiellen Werten eine völlig neue Ausrichtung geben und mehr Lebensweisheit vermitteln als alle Selbstfindungsratgeber in den esoterischen Regalen der Buchhandlungen. Der Konsum soll an dieser Stelle nicht verteufelt werden, da ich selber Konsument bin, doch wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund(Mt. 12,34). Das letzte Hemd hat keine Taschen und Geben ist seliger denn Nehmen. Davon redet Jesus. Besitz zu haben ist nichts Schlechtes, aber der richtige Umgang mit dem Besitz ist christliche Weisheit. Die vermittelt uns Jesus mit seiner Botschaft. Was fürchten also die, die Jesus ablehnen? Wer an Jesus glaubt, bleibt nicht von Leid verschont, fällt aber nie tiefer als in Gottes Hand, wenn die Welt sich verdunkelt. Jesus ist keine Wunschmaschine, doch kein Gebet bleibt unbeantwortet. Die Antwort fällt nur nicht immer so aus, wie wir sie in unseren Gedanken bereits vorformuliert haben. Alle Revolutionäre der Weltgeschichte, alle geistlichen Führer aller Zeiten mit ihren Ideologien oder Auslegungen waren Menschen mit ihren Stärken und Schwächen. Nur Jesus, der Sohn Gottes, mit seinem göttlichen Auftrag war ohne Sünde und ohne Fehler. Wo gibt es eine Botschaft voller Liebe wie seine? Welche Religion ruft zu uneingeschränkter Liebe auf, ohne jemanden auszuschließen? Welche Religion misst wirklich jedem Menschen denselben Wert bei? Würden die Erdenbürger doch nur nach den Worten Jesu handeln. Milliarden von Menschen kamen, Milliarden gingen. Jesus bleibt.

Einige perfide Zeitgenossen missbrauchen seine gute Nachricht, um ihren hasserfüllten Thesen das Mäntelchen des Christentums umzuhängen und tragen gar schwarz-rot-goldene Kreuze auf Demos durch die Gegend. Doch die Erde gehört allen und ist uns nur von Gott geliehen. Kampf um die Pfründe, nationale Egoismen, Ausbeutung der Rohstoffvorkommen und immer mehr ich, meiner, mir führt zu Kriegen, Hass und Ungerechtigkeit. Das alles hat aber rein gar nichts mit Nächstenliebe zu tun, wie Jesus sie lebte und predigte. Christen sind auch keine Looser, die sich eine schöne Scheinwelt erschaffen, um den Härten des Lebens etwas entgegenzusetzen. Immer wieder hat Jesus mit diametralen Ansichten und Taten genau das Gegenteil von dem praktiziert, was von ihm von seinen Zeitgenossen erwartet wurde. Alles nachzulesen im Neuen Testament. Deshalb der Rat: Keine Berührungsängste mit Jesus, dem ich dafür danke, dass er mir viele weise Menschen über den Weg sandte, die wahrhaft christlich leben, die mir in Gesprächen, Gebeten, Büchern und vielem mehr die Botschaft des Herrn erklärten. Das waren ersichtlich echte Männer und Frauen, die in der Welt von Facebook, Twitter und sonstigen Selbstdarstellungsmedien kaum vorkommen,  die der Welt wirklich noch etwas zu vermitteln und auf der Grundlage der heiligen Schrift zu sagen haben. Keine Frömmler oder Sektierer, sondern Menschen, die verstanden haben, was die Welt braucht und das auch authentisch im Alltag leben. Selber Bibel lesen und selber denken ist deshalb eine Empfehlung, die ich jedem gebe, der abseits des Mainstream nach der Liebe, der Freude, dem Frieden, der Geduld, der Freundlichkeit, der Güte, der Langmut, der Sanftmut, der Treue, der Bescheidenheit, der Enthaltsamkeit und der Selbstbeherrschung sucht, kurz nach dem wahren erfüllten Leben strebt, denn das bekommt der, der an Jesus glaubt ohne eigenes Zutun durch den Heiligen Geist geschenkt (Galater 5,22). Meine Gedichte, Kurzgeschichten und Gedanken sollen nicht als Lebensberatung dienen,  sondern Denkanstoß für Suchende und Bestätigung für Glaubende sein. Jesus ist die Lösung. Er ist nicht einer unter vielen. Er ist der Eine. Auf ihm basiert sogar unsere Zeitrechnung. Jesus liebt die Kinder. Deshalb drehen sich viele Gedichte auch um das Leben mit Kindern. Da Christen nicht so aussehen, leben und wirken sollten, als seien sie mit Zitronensaft getauft, trifft man ab und an sogar auf Humor. Wenn nach dem Lesen dieses Buches nur ein Mensch sagt: „Ja, ich will nun auch mit Jesus gehen“, ist mein Ziel erreicht. Für den, der es wagt, ist er nur ein Gebet entfernt, jetzt sofort und an jedem Ort, gratis! Jesus liebt ausnahmslos jeden Menschen und seine Botschaft möchte ich mit dem Geschriebenen aus vielen Perspektiven betrachten, um auf das Buch hinzuweisen, in dem Gott uns seinen Plan mit den Menschen offenbart:

 

 

 

Die Bibel

 

 

 

 

 

"Die Bibel ist ein zeitloses Maß für eine maßlose Zeit."

 

Carl Schroth

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januargedanken

 

Das neue, unberührte Jahr liegt vor uns. Erste behutsame Schritte werden gewagt. Wohin führen uns unsere Wege? In welche Richtung? In die Richtige, in die Falsche?   Gehen wir kleine Schritte, große Schritte? Neues Spiel, neues Glück? Chance alles besser zu machen? Oder nur wieder der Beginn einer neuen Tretmühle des Alltagstrotts? Für Neugeborene ist es der erste Schritt auf ihrem Lebensweg. Für viele, die es noch nicht ahnen, das Jahr der letzten Schritte ihres Lebens. Für Christen sollte gelten: Genieße jeden Tag. Erkenne den Sinn in jedem Tag. Freue dich, jeden Tag auf dieser Erde leben zu dürfen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht, freue dich und sei fröhlich an ihm (Psalm 118,24). 

Lebe, als wäre jeder Tag dein letzter in Verantwortung vor Gott! Lebe als guter Bruder, als gute Schwester, lebe in Liebe zu deinen Mitmenschen, den Kreaturen und zu der gesamten Schöpfung. Geh deine Schritte gemeinsam mit deinen Brüdern und Schwestern und nicht allein im Kreis, gehe deine Schritte gemeinsam aber nicht im Gleichschritt mit dem Zeitgeist, gehe deine Schritte gemeinsam, aber achte auf die Richtung, gehe deine Schritte gemeinsam und teile deine reiche Wegzehrung. Achte an den Kreuzungen darauf, deinen Schritt in die richtige Richtung zu lenken. Bedenke: Kreuzung bezieht sich auf Kreuz. Lass das Kreuz an der Kreuzung Wegweiser werden. Beobachte kritisch, wer die Schrittmacher dieser Tage sind, ob sie nicht vielleicht einen Pferdefuß haben! Gehe kleine Schritte mit den kleinen Menschen, denn sie sind nicht kleine Erwachsene. Lehre sie das Leben, aber nicht nur in Form von Computeranimation. Spiele mit ihnen, denn du bist ihr liebstes Spielzeug und soviel Zeit bleibt euch nicht. Gehe geduldige Schritte mit deinen Gebrechen, denn dem Geduldigen ist Gott die Gehhilfe. Gehe langsame Schritte mit den Alten, auch du bist einst alt. Gehe ein Stück in den Schuhen des Nächsten um herauszufinden wo ihn diese Schuhe drücken. Geht einen Schritt aufeinander zu, macht den ersten Schritt um zu versöhnen. Lass keinen Tag ungenutzt und ohne Liebe vorübergehen, dann ist er verschenkt, nie kommt er zurück. Ein neues Jahr liegt unberührt vor uns. Voller Hoffnung sollten wir Schritt für Schritt voranschreiten auf dem Weg zu einer gerechten Welt. Wir wollen unsere Schritte in diesem Jahr dazu nutzen, Licht in die Welt zu bringen, in der soviel Dunkel herrscht. Vorbild sei uns der Mensch, der Schritte über Schritte machte, um die Botschaft der Liebe unter die Menschen zu bringen. Der Mensch, der auch den letzten Schritt in den Tod nicht scheute, aus Liebe zu uns Menschen. 

Er kennt alle unsere Schritte und wer ihn aufnimmt, den führt er Schritt für Schritt in das verheißene Paradies.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Lobgesang

 

Schau auf die Milliarden Sterne dort am schwarzen Himmelszelt,

schau auf Gottes große Schöpfung, diese liebenswerte Welt.

Riech die Luft des Frühlingsmorgens nach der dunklen Winterzeit,

dann ahnst du schon im Verborgnen Blumen für das Licht bereit.

Nimm dir eine Handvoll Erde, reibe sie und riech daran,

weil man Tod und neues Leben in dem Duft erkennen kann.

Sieh die Vögel in Lüften, wie sie tanzen dort im Wind,

hör wie sie den Schöpfer preisen und voll schönster Lieder sind.

Schau, wie Gott sich mit uns mühte, weil er seine Schöpfung liebt,

trotzdem sucht man nach Beweisen, dass es diesen Gott nicht gibt. 

Wissenschaftler, Forscher, Tüftler, die Genialen dieser Welt,

schaffen nicht den kleinsten Krümel, dessen, was Gott aufgestellt.

Nur die Kinder sind noch offen für die Wunder, die er schenkt,

weil ein Kind statt wissenschaftlich, noch mit seinem Herzen denkt.

Davon etwas zu bewahren, auf dem Weg durch diese Zeit,

garantiert uns alle Tage Freude und Zufriedenheit.

 

Plädoyer für die Menschlichkeit

 

Wenn ein Arzt für ein zur Welt gekommenes behindertes Kind Schadenersatz bezahlen muss, weil er die Behinderung nicht erkannte und zur Abtreibung riet, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn der Präsident einer Weltmacht von sich behauptet ein Christ zu sein und einen Angriffskrieg gegen jedes Völkerrecht beginnt, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn für Kriegsgeräte zum Töten zehntausend Mal mehr Geld ausgegeben wird als für Impfschutz für alle Kinder der Erde, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn sich keine Hand regt, um den Gestürzten aufzuhelfen, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn Kinder unbemerkt von der Nachbarschaft verhungern, wenn sie misshandelt und missbraucht werden und viele wegschauen, dann hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn die Hemmschwellen in den Medien immer niedriger werden, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn Menschen ihre Partner wie Dinge austauschen und Treue altmodisch wird, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn Kinder nicht mehr gewollt werden, der Reichtum der Erde nicht gerechter aufgeteilt wird, alte Menschen entsorgt werden, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn alle schweigen, wenn alle ihre Herzen und das Portemonnaie schließen, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren. Wenn der Traurige nicht umarmt, der Arme nicht beschenkt, der Einsame nicht besucht und der Sterbende nicht begleitet wird, hat die Menschlichkeit wieder ein Stück verloren.   

 

 

 

Selig sind…

 

Selig sind, die Mitleid haben, sich nicht nur am Ego laben.

Selig sind, die selber denken, sich dem Zeitgeist nicht verschenken.

Selig sind, die Hände reichen, die nicht gehen über Leichen.

Selig sind, die Frieden wagen, die nicht rächen, morden, schlagen.

Selig sind, die Reinheit lieben, die nicht frönen dunklen Trieben.

Selig sind, die nicht nur nicken, in die andere Richtung blicken.

Selig sind, die selbstlos leben, nicht nach Spitzenplätzen streben.

Selig sind, die Umkehr wagen, die nach Sinn des Daseins fragen.

Selig sind, die Liebe geben und nach Jesus Vorbild leben.

Selig sind, die geben kund: Herr, dein Wort macht uns gesund!

 

 

 

 

 

 

 

 

Zufall?

 

Es geschah in der Vorweihnachtszeit und für Menschen, die mit dem Glauben an den, dessen Geburt in dieser Zeit entgegenfiebert wird, nichts am Hut haben, wird das nun Erzählte unter Zufall verbucht werden. An diesem Morgen waren die Straßen das erste Mal richtig glatt und die Fahrt zur Arbeit war zu einem Geduld- und Konzentrationstest geworden.

Die zähflüssige Autofahrt nutzte ich zum ausgiebigen Gebet, da ich überzeugt bin, dass Gott jeder noch so kleinen Bitte Gehör schenkt, nicht eine verloren gehen lässt und sie auf seine Art beantwortet. Den Beweis erhielt ich im Laufe des Tages. Abschließend bat ich den Herrn mir heute viele Menschen begegnen zu lassen, denen ich meinen Glauben in Worten und Taten bezeugen konnte. Nun saß ich bereits seit zwei Stunden in meinem Büro und arbeitete die anfallenden Aufgaben ab. Entlang des Gebäudekomplexes zog sich ein viel benutzter Rad- und Fußgängerweg hin. Da sich das Büro im Parterre befand und große Fenster sein Eigen nannte, war man den Blicken der vorbeifahrenden oder gehenden ausgesetzt. Die Mitarbeiter des Bauhofes hatten in der Nacht der Sorgfaltspflicht der Stadt Genüge getan und den Weg vor meinem Fenster durch Aufbringen von einem Salz und Splitgemisch eisfrei gemacht. Unser Firmensitz befand sich in der Nähe einer karitativen Organisation, die Wohnraum für Obdachlose, psychisch erkrankte und Alkoholiker einschließlich therapeutischer Begleitung zur Verfügung stellte. Deshalb war es normal, dass ab und zu eine Bewohnerin oder ein Bewohner an meine Scheibe klopfte und um ein wenig Geld bettelte. Je mehr es der kalten Jahreszeit entgegenging, desto höher wurde die Quote der Gestrauchelten, die mich per Fenster klopfen kontaktierte. Mittlerweile war ich dazu übergegangen, dem einen oder anderen mit deutlicher Alkoholfahne eine Spende, mit dem Hinweis auf die Vielzahl der Bitten und dem Hilfsangebot bezüglich menschlicher Grundbedürfnisse der karitativen Organisation eine Straße weiter, zu verweigern.

Gerade hatte ich das Fenster geöffnet, um ein wenig Frischluft die Morgenmüdigkeit vertreiben zu lassen, da hörte ich ein schlurfendes, langsam näher kommendes Geräusch auf dem Weg vor dem Fenster. Vor meinem PC sitzend konnte ich aus den Augenwinkeln einen Mann in meinem Alter erblicken, der in diesem Moment auf seinem Rollator Platz nahm.

Sie kennen sicher dieses Gefühl, wenn man bemerkt, dass man gemustert wird. Ich blickte hoch. „Guten Morgen“, rief der Mann fröhlich und winkte zusätzlich noch mit hoch erhobenem Arm in meine Richtung. Ich antwortete genauso nett.

Der Mann stand auf und bewegte sich schwerfällig, ein Bein nachziehend, auf das geöffnete Fenster zu. „Sie scheinen ja ein richtig sympathischer Mensch zu sein. Ich heiße Michael, kannst Du zu mir sagen“, sagte er und reichte mir seine Hand durch das Fenster. Es war eine sehr verkrüppelte Hand, an der mehrere Finger fehlten. Ich gab ihm die Hand und nannte ihm meinen Vornamen und bat ihn ebenfalls mich zu duzen.

„Ja, so sieht das aus, wenn man Jahre lang dem Alkohol verfallen war. Der war auch Schuld an meinem Unfall, welcher mich so zugerichtet hat, aber seit langem schon trinke ich keinen Tropfen mehr“. Das glaubte ich ihm auch auf Grund der fehlenden Alkoholfahne aufs Wort. „Trotzdem“, fuhr er fort, „traue ich mich sie zu fragen, ob sie vielleicht fünfzig Cent für mich hätten, ich bin völlig abgebrannt diesen Monat und habe einfach ein wenig über meine Verhältnisse gelebt“. Was bedeutete wohl für diesen Menschen über die Verhältnisse gelebt schoss es mir, bereits sicher ihm ein wenig Geld zu geben, durch den Kopf. Wie weit unten musste man angekommen sein, um sich zu trauen andere Menschen anzubetteln? „Hör mal, Michael“, hörte ich mich sagen, „wenn ich jedem, der hier an mein Fenster kommt, Geld geben würde, dann ginge ein großer Teil meines Lohnes nur dafür drauf“. Sofort wies mich eine innere  Stimme auf meine Übertreibung hin. Hör auf, dich in deinem Gutmenschentum zu suhlen, schien sie mir zuzuflüstern.

Michael antwortete: „Das verstehe ich, das sind bestimmt die noch süchtigen Leute aus dem Wohnheim hier um die Ecke, wo ich derzeit auch lebe. Aber versprochen, wenn du mir fünfzig Cent gibst, lass ich dich in Zukunft in Ruhe, ich habe ja nichts von Wert, was ich dir dafür geben könnte.“ Ich holte mein Portemonnaie heraus und gab ihm zwei Euro. „Alter, zwei Euro, ich danke dir, du bist ein netter Mensch“. Er winkte noch einmal und drehte sich mit seinem Rollator, auf Grund seiner schweren Behinderung, sehr schwerfällig wieder in Richtung des Fahrrad- und Gehweges. Plötzlich hielt er inne. „Halt“, sagte er und drehte sich noch einmal in meine Richtung, „ich habe ja doch etwas was ich dir geben könnte. In der Therapie malen wir Aquarelle. In den nächsten Tagen komme ich vorbei und dann bringe ich dir eines als Dank. Ist ein Bild von Jesus Christus, welches ich gemalt habe, vielleicht gefällt es dir, bis dann“, sprach er und verschwand langsam in der Ferne. Da rein gar nichts Äußeres auf meinen christlichen Glauben hinwies, war ich völlig verdutzt und sprachlos und mir fiel sofort mein morgendliches Abschlussgebet ein. Das nannte ich mal eine spontane Antwort.

Ohne dass ich es ahnte, war ich Jesus begegnet, ohne dass ich es wirklich erwartete, hatte Gott mein Gebet um Begegnungen erhört.

 

Zufall?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seelenmeertaucher

 

Es taucht ein Mensch im Seelenmeer,

um Leben zu begreifen

und jede Seele, die er trifft,

lässt ihn ein Stückchen reifen.

 

Da gibt es Seelen, klein und neu,

in vielen bunten Farben,

doch Seelen, selber nie geliebt,

die lassen jung sie darben.

 

Da gibt es Seelen, kalt und grau,

die könnten Hilfe bringen,

doch Chorgesang ist ihnen fremd,

sie wollen Solo singen.

 

Da gibt es Seelen, zart und fein,

die Friedensworte sprechen,

doch Seelen, grausam abgestumpft,

die wollen sie zerbrechen.

 

Da gibt es Seelen, liebevoll,

die kämpfen für die Armen,

doch Seelen voller Hass und Gier,

die kennen kein Erbarmen.

 

Da gibt es Seelen aus Beton,

die lassen sich nicht nahen,

doch nur, weil sie im Leben nie

ihr eigenes Elend sahen.

 

Da gibt es Seelen, alt und krank,

das Ende abzusehen,

doch Seelen voller Menschlichkeit,

die jeden Weg mitgehen.

 

Da gibt es Seelen reich und schön,

die Armut niemals kannten,

doch die durch ihre Drogensucht,

schon bald sehr jung verbrannten.

 

Da gibt es Seelen, leidgeprüft,

die steile Wege gingen

und trotzdem voller Lebenslust,

das Lob des Schöpfers singen.

 

Der Taucher, dort im Seelenmeer,

will Nächstenliebe lehren

und durch sein Wort und seine Tat,

Gerechtigkeit vermehren.

 

Er taucht im Meer ein Leben lang,

nutzt klug den Tiefenmesser

und hofft, dass er am Ende sieht:

Die Welt wird etwas besser.

 

 

 

   

 

 

 

 

 

Glaubensbaum

 

 

In meinem Seelengarten
da blüht ein Glaubensbaum.
Er steht dort schon sehr lange,
doch trotzdem wächst er kaum.
Mal trägt er viele Früchte,
mal ist die Ernte klein
und schütteln ihn auch Stürme
ganz geht er niemals ein.
Der Grund sind starke Wurzeln
voll gottgegebener Kraft
sie holen aus dem Erdreich
geweihten Lebenssaft.
In meinem Seelengarten
da wächst der Glaubensbaum
und manchmal, wenn ich schlafe,
schickt Gott mir einen Traum.
Das jener Baum des Glaubens
viel Ableger gebiert
und wenn er einst vertrocknet
zur Bank für Menschen wird,
die sich bei jedem Wetter,
egal ob warm, ob kalt,
von Gott berühren lassen
in seinem Glaubenswald.

 

 

 

 

 

Was ein Kind braucht
 
Ein Kind braucht Geduld und Geborgenheit.
Ein Kind braucht Umarmen und sehr viel Zeit.
Ein Kind braucht die zarte Hand, die es führt.
Ein Kind braucht die Wärme, die Seelen berührt.
 
Ein Kind braucht zu essen, egal wo es wohnt.
Ein Kind braucht das Wissen, das Leben sich lohnt.
Ein Kind braucht Bildung, um selber zu gehen.
Ein Kind braucht Lob, um aufrecht zu stehen.
 
Ein Kind braucht Vorbild, verantwortungsbewusst.
Ein Kind braucht Spiele voll Freude und Lust.
Ein Kind braucht Tänze und ganz viel Musik.
Ein Kind braucht Ermutigung und wenig Kritik.
 
Ein Kind braucht Vertrauen, denn dann ist es stark.
Ein Kind braucht Verständnis an jedem Tag.
Ein Kind braucht Begleitung ins Leben hinein.
Ein Kind braucht Erkenntnis besonders zu sein.

 

Ein Kind braucht den Sinn, wenn es Leere verspürt.
Ein Kind braucht den Mensch, der zu Gott es hinführt.
Ein Kind braucht nicht Horte, Konsum und viel Geld.
Ein Kind braucht Eltern, bei denen es zählt.
 

Ein Kind braucht Verständnis und unendlich Zeit.

Ein Kind braucht Antwort auf Glück und auf Leid.

Kein Kind auf der Welt wächst durch Hass oder Hiebe,

ein jedes Kind braucht bedingungslos Liebe.

 

Kainsmal

 

Blutrot treiben dichte Nebel, nehmen Unschuld jede Sicht.

Manchmal locken helle Flecke, doch sie sind des Brandes Licht.

Zwischen Trümmern und Ruinen weint ein Kind vor Schmerz und Not,

grausam lachen Machthyänen, bringen Unglück, Leid und Tod.

Eiskalt schickt man die Raketen, rächt sich um der Rache Zweck,

niemals trifft man die Tyrannen, nur die Armen dort im Dreck.

Gut behütet sitzt der Führer, demonstriert, was Stärke ist,

leer sind die Verhandlungstische, weil der Tod viel schneller frisst.

Mütter klagen um die Kinder, Väter sterben im Gefecht,

Töten reagiert mit töten, schwingt sich über Völkerrecht.

Wieder einmal töten Menschen, von Despoten eingesetzt,

vorher lebte man im Frieden, hasst nun, ethnisch aufgehetzt.

Jeder Tote ist ein Schicksal, jeder Mensch nur einmal da,

doch den Mächtigen der Erde geht ein Leben nicht sehr nah.

Bomben, Terror und Granaten, hinter Blasphemie versteckt,

schenkt dem Bösen reichlich Ernte, die Begehrlichkeiten weckt.

Erdenschiff im Pulvernebel, Tod steht bleich am Ruder,

zornig tönt es aus dem Himmel: „Kain, wo ist dein Bruder“?

 

Am letzten Tag

 

Ein Engel nahm mich bei der Hand,
flog mit mir in ein fernes Land.
Von Weiten tönte Ach und Weh
aus einem blutig roten See.
Es war der See der falschen Siege,
gefüllt mit Opferblut der Kriege
und jene, die laut klagend schwammen,
die führte Mordlust dort zusammen.
Ein jeder da, der Krieg geführt,
von Leid und Elend unberührt,
ertrank, wenn seine Kraft nachließ
und man ihn unter Wasser stieß.
Doch bald schon wurde er erweckt
und wieder in den See gesteckt.
Die Hölle hielt ihn dort gefangen
in ewiglichem Todesbangen.
Der Engel nahm mich bei der Hand
und führte mich ins nächste Land.
Dort herrschte Nebel alle Zeit,
man sah nicht einen Meter weit.
Dort hörte man die Menschen irren
und Satans Ketten leise klirren,
der sich an jenen Qualen freute,
der Menschen, die rein gar nichts reute.
Sie wandern dort für alle Zeiten,
durch nebeltrübe, kalte Weiten
und niemals hört ihr Wandern auf,
das ist der Bösen Höllenlauf.
Der Engel nahm mich bei der Hand
und führte mich ins letzte Land.
Dort herrschte Sanftmut und Erbarmen,
für alle Opfer, alle Armen.
Dort saß im Saal mit goldnen Wänden,
mit Wunden an den Füßen, Händen,
Sohn Gottes, Jesus, auf dem Thron
und zahlte den Gerechten Lohn.

 

 

 

 

 

 

 Ist Gott tot?

 

Die Blumen und die Pflanzen flüstern dir: „Ich bin hier“.

Die Tiere aller Arten flüstern dir: „Ich bin hier“.

Die Berge und die Täler flüstern dir: „Ich bin hier“.

Der Himmel und die Erde flüstern dir: „Ich bin hier“.

Die Meere, Seen, Flüsse, flüstern dir: „Ich bin hier“.

Sonne, Mond und Sterne flüstern dir: „Ich bin hier“.

Die neugeborenen Menschen flüstern dir: „Ich bin hier“.

Das ganze Universum flüstert dir: „Ich bin hier“,

Dein Anfang und dein Ende flüstert dir: „Ich bin hier“.

Nur Zeitgeistgurus, Blender säen Not, sie flüstern:
„Gott ist
tot“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christenpflicht

 

Ein Mensch, im Supermarkt, beim Suchen,

steht gerade am Regal mit Kuchen,

da sieht er in den Laden eilen,

den Typ, der liebt, sich mitzuteilen.

 

Schnell saust der Mensch zur Frischfleischtruhe

und hofft, man lasse ihn in Ruhe,

steckt seinen Kopf ganz tief ins Eis,

studiert recht lang und nah den Preis.

 

Dann schiebt er weiter, blau gefroren,

mit Schmerzen in den kalten Ohren,

verkrümelt sich in Warengänge,

taucht unter in der Menschenmenge.

 

Rasch kauft er ein und ohne Denken,

versucht den Wagen fortzulenken,

von jenem Mensch, der gern verweilt

und seine Zeit mit Freuden teilt.

 

Grad fährt er um ein scharfes Eck,

da sieht er plötzlich voller Schreck,

(sein Tag wird augenblicklich trüber)

des Redners Wagen gegenüber.

 

Die nächste lange halbe Stunde,

strömt´s monologisch aus dem Munde,

des Menschen voller Anekdoten,

dem Hörer juckt es in den Pfoten.

 

Er denkt bei sich in aller Stille,

mit Hut, Perücke, Sonnenbrille,

wird er demnächst sich wohl verkleiden,

vielleicht den Supermarkt auch meiden.

 

Er hadert mit den Christenpflichten,

nicht über andere zu richten

und findet es sehr übertrieben,

den Nächsten wie sich selbst zu lieben.

 

 

 

 

 

Jesus 24/7

 

Täglich lasst uns froh genießen,

wie Wunder durch das Leben fließen.

Täglich lasst uns danach streben,

von den Wundern abzugeben.

Täglich lasst uns fröhlich lachen 

und uns nicht nur Sorgen machen.

Täglich lasst uns dankbar sein,

für Regen und für Sonnenschein.

Täglich lasst uns lauthals preisen,

den, der uns beschenkt mit Speisen.

Täglich lasst uns Zeugnis geben,

dass wir gern in Frieden leben.

Täglich lasst uns den bekennen,

auf den wir uns verlassen können.

Täglich lasst uns Freiheit loben

und das hier nicht Kriege toben.

Täglich lasst uns Glück verteilen,

statt durchs Leben nur zu eilen.

Täglich lasst uns Liebe schenken,

statt mit Hass und Zorn zu kränken.

Täglich 24/7 wollen wir wie Jesus lieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schöpfung bewahren

 

 

Das Rauschen des Meeres, ein singendes Kind,
die Sonne am Morgen, der säuselnde Wind.
Die Lieder der Vögel, die Muscheln im Sand,
die blühende Rose, das duftende Land.
Die tönende Geige, der fallende Schnee,
die schleichenden Nebel, der glücksgrüne Klee.
Der Wal in den Meeren, die Wüsten der Welt,
der hellblaue Himmel, ein blühendes Feld.
Die Sterne, die leuchten, ein glitzernder Stein,
der Wald in den Tropen, der kühlende Hain.
Die Wunder der Erde hat Gott uns geschenkt,
den Blick auf die Schönheit der Schöpfung gelenkt.
Wir sollen bewahren, doch noch sind wir blind,  

beschütze die Erde, es ist für dein Kind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kindergarten

 

 

In einem Kindergarten sind Pflanzen vieler Art,

sie brauchen einen Gärtner, der nicht an Dünger spart.

Der Dünger ist die Liebe, die kleines Herz ergreift

und reichlich angewendet, das ganze Leben reift.

Der Dünger ist das Helfen, das kleine Hände rührt

und reichlich angewendet, zur Nächstenliebe führt.

Der Dünger ist das Singen, das jedes Pflänzlein liebt

und reichlich angewendet, viel Lust am Leben gibt.

Der Dünger ist das Tanzen, das kleine Füße treibt

und reichlich angewendet, den Rhythmus einverleibt.

Der Dünger ist das Spielen, das Phantasie ernährt

und reichlich angewendet im Leben wird zum Wert.

Der Dünger ist das Teilen, das hilft auf dieser Welt

und reichlich angewendet, die Zukunft neu erhellt.

Der Dünger ist das Beten, das kleine Seelen trägt

und reichlich angewendet, das ganze Leben prägt.

Es gibt so viele Pflänzchen, ob schwarz, ob gelb, ob weiß

und für die schönen Blüten, da lohnt sich aller Fleiß,

denn sorgsam aufgezogen, geliebt, gehegt, gepflegt,

wird so in jedes Pflänzchen ein guter Keim gelegt.

 

 

 

 

 

Licht der Welt

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die sich Güte nennt

und nicht Hader, Zorn und Neid

oder Feindschaft kennt.

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die geduldig ist

und nicht eigenes Versagen

selbstgerecht vergisst.

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die heißt Freundlichkeit,

hat für Nächste stets ein Wort

und ein wenig Zeit.

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die nach Sanftmut strebt

und nicht unberührt von Leid

egoistisch lebt.

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die den Frieden bringt,

die im Chor mit allen Völkern

Liebeshymnen singt.

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die die Treue lebt

und nach der Verlässlichkeit

zwischen Menschen strebt.

 

Eine Kerze leuchtet hell,

die Selbstbeherrschung heißt

und nicht täglich um Konsum

und den Mammon kreist.

 

Doch wie sich der Mensch auch müht,

die Kerzen brennen nicht,

bis Jesus mit dem Feuer kommt,

er sagt: Ich bin das Licht!

 

 

 

 

Balken im Auge

 

Ein Mensch entdeckt zu seinem Schrecken

bei anderen ganz viele Flecken.

Das nahm ihm die Erkenntnis weg:

Er selbst war auch ein großer Fleck. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der neue Bund

Die Haare jedes Menschen hast einzeln du gezählt.
Als Zeichen deiner Liebe ein Volk dir auserwählt.
Die Pflanzen, alle Blumen, in wunderschöner Pracht,
hast du den Kindern Gottes als Gabe dargebracht.
Die Berge und die Täler schufst du mit leichter Hand,
die Meere und die Flüsse, den heißen Wüstensand.
Die Sonne und die Sterne am weiten Himmelszelt
beweisen jedem Menschen, nur du erschufst die Welt.
Du bist der Gott der Treue, liebst jedes Menschenkind,
doch Macht und Gier und Lüste, die machten Menschen blind.
So sandtest du uns Jesus für deinen neuen Bund,
er starb für unsere Sünden und tat die Botschaft kund:
„Ich bin das Brot des Lebens, ich bin das Licht der Welt,
der Weg und auch die Wahrheit, das Wort, das ewig zählt.
Ich bringe euch den Frieden und die Gerechtigkeit,
wer mich ins Leben bittet, der hat die Ewigkeit!„
Am Kreuz ist er gestorben, doch in der Osternacht,
hat er uns Kindern Gottes den neuen Bund gebracht.
Besiegt sind Tod und Teufel, getilgt die Sündenschuld,
wir dürfen auferstehen durch Gottes große Huld.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich will…

 

Ein Fels will ich sein,
der hinter dir steht,
an den du dich lehnst,
wenn gar nichts mehr geht.

Ein Baum will ich sein,
mit starkem Geäst,
mit Blattwerk, das Regen
nicht durchkommen lässt.

Ein Stern will ich sein,
der leuchtet und führt,
wenn Dunkel und Trauer
die Seele berührt.

Ein Feld will ich sein,
das Blumen dir schenkt,
das Blicke auf Schönheit
der Schöpfung umlenkt.

Ein Mensch will ich sein,
wie Gott ihn gemeint,
der nicht so oft strauchelt
und Hand reicht dem Feind.
 

So viel will ich sein
und bin es oft nicht,
dann trage ich Scheitern
vor Jesus, mein Licht.

 

 

 

 

 

Jesus heute

 

Er kam zu lindern den Kranken ihr Leid,
er kam zu schenken den Einsamen Zeit.
Er kam zu teilen mit Armen das Brot,
er kam zu helfen den Menschen in Not.

Er kam zu zeigen Verführten den Weg,
er kam zu bauen zu Gott einen Steg.
Er kam zu kleiden den Nackten am Rand,
er kam zu füllen der Hungernden Hand.

Er kam zu säubern den Tempel von Schund,
er kam zu verbieten Dämonen den Mund.
Er kam und gab vielen die Würde zurück
und wies den einzigen Weg in das Glück.

Er kommt zu bringen den Menschen das Licht,
doch oftmals ertönt es: „Wir wollen ihn nicht!“

 

 

 

 

 

 

 

 

Brot des Lebens

 

Der Mensch gewordene Gott brach das Brot, dankte und reichte es uns, seinen Kindern, damit wir es weiterreichen:

An alte, des Lebens satte Menschen, um ihnen zu sagen: Kommt, ruht euch aus.

An alle Einsamen, um ihnen zu sagen: Kommt und habt Gemeinschaft mit mir.

An alle Trauernden, um ihnen zu sagen: Kommt und seht, der Tod ist tot.

An alle Schuldigen, um ihnen zu sagen: Kehrt um, ich habe eure Schuld getragen.

An alle Zweifelnden, um ihnen zu sagen: Vertraut und glaubt, ihr könnt nur gewinnen.

An alle Missbrauchten, Unterdrückten, um ihnen zu sagen: Nehmt Platz auf dem goldenen Thron.

An alle Gerechten, um ihnen zu sagen: Gut gemacht, ihr treuen Schwestern und Brüder.

An alle Kleinen, um ihnen zu sagen: Kommt zu mir, meine Kinder, euch gehört das Himmelreich.

An alle Kranken, um ihnen zu sagen: Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe geben.

An alle Feinde, um ihnen zu sagen: Ich liebe und vergebe euch immer wieder auf das Neue.

An alle Betenden, um ihnen zu sagen: Wo zwei oder drei zusammenkommen, die zu mir gehören, bin ich mitten unter euch.

An alle Atheisten, um ihnen zu sagen: Die Schöpfung zeugt ohne Ende von mir. Kommt und seht!

An alle Verfolgten, um ihnen zu sagen: Gott segnet euch, die ihr gehasst, ausgeschlossen, verspottet und verflucht werdet, weil ihr zu mir gehört.

An alle Egoisten, um ihnen zu sagen: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

An alle Obdachlosen und Heimatlosen, um ihnen zu sagen: Kommt, ich habe genug Wohnungen für euch in meinem Haus.

An alle Verirrten, um ihnen zu sagen: Ich bin der Weg und die Wahrheit.

An alle Letzten, um ihnen zu sagen: Ich gebe euch den Siegerkranz.

An alle Vergessenen, um ihnen zu sagen: Ihr steht im Buch des Lebens.

An seine weltweite Gemeinde, um ihr zu sagen: Ich bin immer bei euch, bis ans Ende der Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Segensgedicht zur Geburt

 

Willkommen kleines Menschenkind

auf dieser schönen Erde.

Wir reihen dich voll Freude ein

in Gottes Schäfchenherde.

Im Himmel ist ein Freudenfest,

denn du bist nun geboren.

Den Engel, der dich schützen soll

hat Gott schon auserkoren.

Er soll dir Weisheit, Freude, Kraft

und ganz viel Liebe schenken.

Er soll dich treu und unentwegt

auf gute Wege lenken.

Er soll die Schönheit dieser Welt

dir täglich nahe bringen.

Er soll die Melodie des Herrn

in deine Seele singen.

Er soll dich schützen Tag und Nacht

auf allen deinen Wegen.

Er soll dir Schirm und Hüter sein

bei jedem Lebensregen.

Verwöhnen wollen wir dich bald

und viele Dinge machen.

Wir wollen lesen, singen, tanzen

und lauthals mit dir lachen.

Wir danken Gott, dass es dich gibt,

willkommen liebstes Kind

und freuen uns, dass wir bei dir

die Wegbegleiter sind.

Es möge dir in dieser Welt

das Beste nur begegnen

und allezeit soll dich der Herr

mit reichem Segen segnen.

 

 

 

 

 

 

 

Burn Out  

 

Ein Mensch, ein wirklich Hochgescheiter,

stieg auf, auf der Karriereleiter,

ging dafür manchmal über Leichen,

wer ihm nicht folgte, musste weichen.  

Die Freude ging ihm bald verloren,

Familienleben eingefroren,

die Seele wurde hart wie Stein,

er stand auf Gipfeln, doch allein.  

Durch noch mehr Fleiß

und noch mehr Schinden,

ließ sich Erfüllung auch nicht finden,

dann hat er restlos abgebaut,

bis zum berüchtigten Burn-Out.  

Ein anderer führt nun sein Leben,

man muss dem Feuer Nahrung geben.

Wie schnell sind Ruhm und Geld vergangen,

wenn Menschen in das „Aus“ gelangen.  

Der Mensch, der irgendwann zu Gott fand,

lebt heute frei auf einem Eiland,

stieg ab von den Karrieresprossen

der Leiter, die er einst genossen.  

Er stellte fest, auf jener Leiter,

kam er nicht eine Stufe weiter,

weil er herausgefunden hat,

die Leiter war ein Hamsterrad.        

 

 

 

 

Februargedanken

 

 

Grimmige Winterkälte. Karneval. Überschäumende Lebensfreude, Maskerade. Endlich einmal dem Alltag entrinnen und in andere Rollen schlüpfen. Bunte Kostüme, lachende, tanzende, schunkelnde Menschen Arm in Arm. Letzter Höhepunkt vor einer kurzen selbst verordneten kargen Zeit, um auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten, Fastenzeit. Aber auch unkontrollierter Alkoholgenuss, überschäumende Freizügigkeit. Alles ist erlaubt. Ist alles erlaubt? Viele Scherben nach närrischen Tagen, sogar viele Scherbenhaufen. Versuche von der Karnevalsfreude für jeden Tag ein Stück mit ins Leben zu nehmen, dann bringt es mehr Segen als drei Tage im Rausch. Sonst bleibt nur ein fürchterlicher Kater, des Körpers aber auch der Seele, ein tiefes Loch, in das du fällst. Denke nicht, dass dir das Feiern vermiest werden soll. Auch Jesus feierte gerne. Eine schöne Feier kleidet die Seele in Purpur! Maß zu halten ist das Wichtige, damit aus Freude nicht Frust, aus Tanzen nicht Stolpern, aus Gesang nicht Misston und aus Lust nicht Last wird. Februar. Valentinstag, Tag der Liebe. Von findigen Managern der Werbebranche konsumorientiert zweckentfremdet. Wo ist die Liebe an allen anderen Tagen des Jahres? Blumen und Pralinen gibt es jeden Tag zu kaufen. Tag für Tag zu einem kleinen Valentinstag machen, das ist wichtig! Das setzt kein dickes Portemonnaie voraus, sondern ein Herz, das sich verschenkt, das vergibt, das immer wieder neu beginnt. Zärtlichkeit, Herzlichkeit, kurze Augenblicke des Miteinanders über alle Barrieren des Alltagstrotts hinweg. Verschenke ruhig am 14. Februar etwas Besonderes, aber lasse es nicht das einzige Besondere dieses Jahres sein.  Zeige, dass du dich jeden Tag an dem einzigartigen  Menschen erfreust, der dein Leben begleitet, an guten wie an schlechten Tagen, denn 365 Valentinstage hat das Jahr.

 

 

 

Aufstehen    

 

Es sitzt ein Mensch am frühen Morgen und macht sich um die Zukunft Sorgen.

Wohin das alles wohl noch führt, als er in seinem Kaffee rührt.  

Was tun mit all den Asylanten, die Armut unter den Bekannten,

der Einsamkeit so vieler Alten, er denkt: Die Welt wird wohl erkalten!  

Es sitzt ein Mensch am frühen Morgen und macht sich um die Zukunft Sorgen.

Er sieht Probleme auch zuhauf, trinkt seinen Kaffee und steht auf.  

Begleitet erst, die zu uns kamen, verteilt dann Speisen an die Armen,

besucht danach noch ein paar Leute, denkt abends: Das war prima heute!  

Zwei Menschen betten sich zur Ruh´. Sie machen ihre Augen zu.

Der Erste seufzt: Ein schlimmes Land! Der Zweite nutzte seine Hand!   

 

 

Licht ins Dunkel

 

Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der Friedenshymnen singt.
Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
dem Liebe heut gelingt.

Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
mit Händen, gebend, gut.
Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der nicht auf Reichtum ruht.

Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der Nächstem Nächster ist.
Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der leben Achtung misst.

Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der nicht an sich nur denkt.
Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der ohne Fordern schenkt.

Licht ins Dunkel bringt der Mensch,
der voller Wärme lacht.
Licht ins Dunkel hat uns Gott
mit seinem Sohn gebracht.

 

 

 

 

 

 

Neue Kreatur

 

Was war dir wichtig und was nicht?
Was war im Dunkel und was im Licht?
Wem warst du Freund in schwerer Zeit?
Warst du zum Helfen stets bereit?

Wo hinterlässt du eine Spur?
Durch Güter und sie jagen nur?
Wie denkt man einst an dich zurück?
An einen Menschen, randvoll mit Glück?

Wird man an deinem Grabe steh´n
und Auferstehung leuchten seh´n?
Weiß man auf deinem letzten Gang,
er war ein Segen, lebenslang?

Nun Mensch, bedenk´ gelegentlich,
das Leben ist ein Bindestrich,
der einst auf deinem Grabstein steht,
wenn deine Zeit zu Ende geht.

Verbreite Freude, Lebenslust,
bekämpfe Hader, Streit und Frust,
verkünde Menschen Gottes Wort,
dann kommst du einst an jenen Ort,
den Jesus uns verheißen hat:
die neue goldene Himmelsstadt!

 

 

 

 

Rohdiamant
 
Deine Augen blitzen, strahlen,

deine Hände reden mit,
sprudelst ohne Punkt und Komma,

kommentierst ganz ohne Schnitt.
Kleiner Zwerg, ich hör dich gerne,

deine Welt ist wunderbar,
alle Wunder dieser Erde,

machst du mir auf´s neue klar.
Seit du da bist ist mein Leben

voller Sinn und bergseetief,
manchmal scheint es, dass ich vor dir,

wie der Bär im Winter schlief.
Doch dann tratst du in mein Leben,

welch ein Glück, ich danke dir,
täglich darf ich für dich sorgen,

Reichtum schenkst du mir dafür.
Wo ich blättre, was ich öffne,

Bilder voller Farbenpracht
und aus jeder kleinen Ritze,

Lebensfreude, die laut lacht.
Lass mich dich ganz feste drücken,

denn wie schnell bist du schon weg,
Komm, wir wollen Unsinn machen,

ohne Sinn und jeden Zweck.
Irgendwann wirst du dann gehen

und ein Stück geht mit von mir,
suchst den Weg ins eigene Leben,

doch weit offen bleibt die Tür,
meines Hauses, meines Herzens,

dass dein Kindersingen liebt,
und mir bleibt nur den zu preisen,

der uns seine Kinder gibt.
 
 


 

 

Zurück zu den Wurzeln

 

Die Botschaft Gottes wird zerlegt,
zerstampft, verstümmelt und zersägt.
Es streiten um das wahre Wort
sich Theologen immerfort.
Was letztlich zu dem Zustand führt,
der kleine Mann ist ganz verwirrt.
Die hoch studierten Kirchenleute
erhaschen damit kaum noch Beute.
Nur Gott macht meistens nicht viel Worte,
tut heut´ noch Wunder alter Sorte:
Auf einen Mensch sank eine Taube,
der sprach zwei Worte nur: „Ich glaube.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirbelwind Gottes
 
Wenn Stille mal vonnöten ist, dann machst du ganz laut Krach
und legen wir dich später hin, dann wirst du früher wach.
Kriegst du mal deinen Willen nicht, dann beißt du in Beton
und rufen wir: „Nun bleib doch hier“, dann läufst du rasch davon.
Erzählen wir, was du schon kannst, dann kannst du gerade nicht.
Ist mancher Tag auch dunkelgrau, durch dich scheint helles Licht.
Hat jemand gerade aufgeräumt, dann spielst du einfach Sturm.
Dreh ich mich für Sekunden um, verspeist du einen Wurm.
Erschallt dein Ruf um vier Uhr früh, steh´ ich nicht gerne auf.
Doch lachst du mich voll Liebe an, dann nehm´ ich das in Kauf.
Ist deine Windel gerade neu, machst du sie wieder voll
und schmeißt du deine Tasse um, ist das für dich nur toll.
Du fragst uns nach dem Sinn der Welt, nachLeben und nach Tod.
Doch gibst du oft die Antwort mit, bringst selber dich ins Lot.
Fällst du auch hin, ich fange dich und du tust das mit mir
und Gott gibt Kraft für jeden Tag, beginnt er auch um vier.
Wenn du auch vieles besser weißt und machst und meinst und denkst.
Dann nehme ich das einfach hin, weil du mir soviel schenkst.
Denn kurz ist nur die Zeit mit dir, drum nutzen wir sie aus.
Gott sandte uns dein lautes Glück in unser stilles Haus.
 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweifel

 

Ein Zweifel trat auf seinen Wegen,

dem, was Natur bezeugt, entgegen

und schlich auf heimlich leisen Sohlen,

in Hirne, um sie umzupolen.

 

„Du glaubst an Schöpfung, dummer Tor?

Du machst dir selber etwas vor“,

rief er in Hirnzellkatakomben,

warf in Erkenntnis Zweifelsbomben.

 

Die Hoffnung schmiss er unverfroren

mitsamt dem Frieden aus den Ohren

und Ruhe und Gelassenheit,

wich Angst vor Elend, Not und Leid.

 

Dann holte er sich die Frau Leere,

damit sie noch mehr Zweifel mehre.

Sie zeugten Kinder, so ging hin,

die Antwort auf den Lebenssinn.

 

Der Mensch, noch grad´ ein guter Christ,

mutierte fast zum Atheist,

beschloss, der Spieß wird umgedreht

und schickte Gott ein Stoßgebet.

 

Gott kannte ja die Menschenschar

und war, wie immer, für sie da,

denn jeden muss er, bis zuweilen,

schon mal von großen Zweifeln heilen.

 

Er sandte seinen Kammerjäger,

ein Engel namens Hoffnungsträger,

der hat am Himmel aufgezogen

als neuen Bund den Regenbogen.

 

 

 

 

 

 

Was bleibt?

 

Was bleibt, wenn Frieden in der Welt  

dem Hass und Krieg zum Opfer fällt?  

Was bleibt, wenn in des Lebens Licht  

die Dunkelheit der Krankheit bricht?  

Was bleibt, wenn man auf Menschen setzt,  

von einem zu dem nächsten hetzt?  

Was bleibt, wenn Lebensplanung stirbt  

und eingeplantes Glück verdirbt?  

Was bleibt, wenn Alter Menschen quält  

und nur noch Jugend, Schönheit zählt?  

Was bleibt, glaubt man der Werbung List,  

dass nur Konsum das Größte ist?  

Was bleibt, wenn Liebe auf der Welt  

zur Ware wird, verkauft für Geld?  

Was bleibt, wenn sich ein Treueschwur  

entpuppt als leere Worte nur?  

Was bleibt, wenn Mensch Natur zerstört  

und nicht der Erde Seufzer hört?  

Was bleibt, wenn früh man insistiert  

und Ungeborene aussortiert?  

Was bleibt, häuft man nur Reichtum an,  

der Leben nicht verlängern kann?  

Es bleibt nur Jesus, der verspricht:  

Ich bin für jeden Mensch das Licht!

 

 

Komm und sieh

 

Die ersten Schneeflocken des Winters taumelten dem Boden entgegen. Umher fliegenden Federn eines geplatzten Kissens gleich, setzten sie sich auf Lebewesen und Dinge und kehrten rasch in ihren Urzustand zurück. Es war noch zu warm, um den Bahnsteig dauerhaft mit einer weißen Schicht zu überziehen. Magnus saß auf einer Bank am Gleis und wunderte sich, dass ein Eiskristall genau auf seiner von vielen Jahren Alkoholmissbrauch blauen Nase landete. Keines dieser filigranen Gebilde glich dem anderen und wurde von den vorbeihastenden Menschen achtlos zertreten, genau wie die Gescheiterten der Gesellschaft, dachte Magnus angesichts seiner trostlosen Situation. Sollte er den schnell zu einem Wassertropfen mutierenden Himmelsboten als ein Glückszeichen oder einen unerwünschten Störenfried betrachten? Glück, was war das schon? Für einen Moment tauchte eine Erinnerung aus seinem früheren Leben auf. Magnus mit seiner Frau und den Kindern beim Versuch, Schneeflocken mit der Zunge zu fangen. Desillusioniert kehrte er in die Gegenwart zurück und wischte sich den mittlerweile unter seiner Nase hängenden Wassertropfen, welcher sich mit einer Träne vermischt hatte, missmutig ab.

Auf dem durchlöcherten Handschuh war ein dunkler Fleck zu sehen. Er starrte auf den Fleck. Ein weiterer dunkler Fleck seines verkorksten Lebens. Morgen, nahm er sich mit Blick auf den zerfetzten Handschuh vor, würde er der Kleiderkammer der Bahnhofsmission einen Besuch abstatten, um sich neu einzukleiden.

Ein spärlicher Rest von Selbstwertgefühl ließ selbst ihn noch registrieren, dass die ihm begegnenden Menschen auf Grund seines abgerissenen Aussehens die Straßenseite wechselten.

Durch den Bahnhof fegte ein ICE. Magnus fröstelte, als der Fahrtwind des Zuges in seine fadenscheinige Kleidung fuhr.

Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein unbeachteter, unwichtiger für die Menschheit wäre es gewesen, hätte er den Schritt ins Gleis gewagt. Woher kannte er dieses Zitat? Armstrong, natürlich, der Astronaut, der als erster den Mond betrat. Nur der Wortlaut war ein wenig anders gewesen.

Magnus wunderte sich, dass ab und zu Bruchstücke der Welt, zu der er nicht mehr zu gehören schien, wie springende Delphine aus dem Alkoholnebel seines Gehirns auftauchten.

Er griff unter die Bank nach der halbleeren Wodkaflasche. Halbleer oder halbvoll fragte er sich. Halbleer natürlich, schrie der Promilledämon und lachte hämisch.

Es wurde immer schwerer, die Sucht zu finanzieren. Bettelte man die Mitmenschen um etwas Geld an, so rieten die meisten dazu, sich an städtische Einrichtungen oder die Bahnhofsmission zu richten, denn dort bekäme man zu essen, zu trinken und einen Platz für die Nacht vermittelt. Einmal hatte Magnus in seiner Verzweiflung geantwortet, dass er aber Geld für Alkohol brauche. Keine gute Idee.

Aus der Ferne hörte er die grelle Stimme von Jule, die im Drogenrausch wieder einmal mit den Geistern der Vergangenheit stritt. Jule war ein medizinisches Wunder. Seit Jahren auf der Straße. Viele abgebrochene Therapien. Ab und zu verschwand sie einige Zeit. Dann war sie unvermutet, an Leib und Seele notdürftig zusammen geflickt, wieder da. Bis zum nächsten Absturz, jeder tiefer, jeder Aufprall härter. Doch im Land der Gestrauchelten gab es nur Einzelkämpfer.

Eng umschlungen schlenderte ein Liebespaar den Bahnsteig entlang.

Die Frau blieb plötzlich stehen und streichelte mit dem Zeigefinger der rechten Hand zärtlich über die Wange des Mannes.

Ich auch, hätte Magnus am liebsten geschrien. Soviel ungestreichelte Haut hatte er anzubieten.

Er bekam mit, wie ein kleiner Junge, der mit seiner Mutter an der Bank vorüberging, sie daran erinnerte, dass sie für die Weihnachtsfeier noch ein Wichtelgeschenk besorgen mussten.

Schlagartig fiel Magnus eine Begebenheit aus der Grundschule ein, die seine kindliche Seele tief verletzt hatte. Damals war er zum Gespött der Klassengemeinschaft geworden. Für das bevorstehende Weihnachtsfest sollte jeder ein kleines Geschenk für ein zu gelostes anderes Kind mitbringen.

Magnus bat seine Mutter ein Präsent zu besorgen oder ihm Geld dafür zu geben.

Doch sie lag wieder einmal dem Alkohol geschuldet apathisch auf der Couch, nicht in der Lage irgendetwas zu organisieren.

Auch sein kaum anwesender, gefühlskalter Vater war mit seinen zwielichtigen Kumpels schon mittags auf Kneipentour.

Magnus kannte nichts anderes als Alkohol und die daraus resultierende Spirale der Gewalt. Vertrauen, Annahme, Zärtlichkeit, Geborgenheit und Liebe waren für ihn Fremdworte. Niemand nahm ihn je tröstend in den Arm. Er empfand sich als ein Nichts.

Am Tag des vorweihnachtlichen Austausches der kleinen Gaben machte er sich mit einem leeren Schuhkarton aus dem Keller auf den Weg zur Schule. Von einigen Mitschülern, die Mitleid besaßen, erbettelt er ein paar Kleinigkeiten, welche er in dem Karton deponierte. Die ihm zu geloste Mitschülerin, der er mit schamrotem Kopf den Schuhkarton überreichte, brach vor Enttäuschung fast in Tränen aus, denn außer einem Schokoriegel und einigen krümeligen Keksen hatte Magnus Bettelei kaum vorzeigenswerte Ergebnisse erzielt. Am liebsten wäre er in den Boden versunken, als das Mädchen in der Pause entrüstet ihre Geschenke den Freundinnen zeigte. Wieder war der Riss in seiner Seele etwas länger geworden und er wuchs mit jedem Tag der Demütigungen.

Als er die Schule verließ, war Magnus in die Netze der braunen Rattenfänger geraten. Da er emotionslos zuschlagen konnte, erfuhr er das erste Mal im Leben Wertschätzung und Anerkennung, doch nur im Kreis dieser selbsternannten armseligen Herrenmenschen. Irgendwann schlug Magnus zu oft und zu hart zu. Er wurde straffällig. Zum Glück gelang ihm der Ausstieg aus dem braunen Sumpf.

Sein Bewährungshelfer machte ihm in langen Gesprächen klar, dass diese braunen Seelenkrüppel andere klein machen mussten um selber leidlich groß zu erscheinen und hielt Magnus so den Spiegel vor.

Wie ein Sonnenstrahl in tiefster Finsternis war eine Frau in sein Leben getreten. Er schien Fuß gefasst zu haben. Doch das Seil, auf dem er in ungewohnter Höhe balancierte, hatte kein Netz. Als er seinen Job verlor und mit Frau und zwei Kindern vom Arbeitslosengeld leben musste, brachen die Muster seiner Kindheit sich Bahn. Die alten Dämonen holten ihn ein.

Der Alkohol ließ die Sorgen verschwinden, die am nächsten Tag, groß wie Dinosaurier, auferstanden.

Zwei Jahre hielt seine Frau es mit ihm aus, bevor sie den Kindern zu Liebe einen Schlussstrich zog.

Misston für Misston einer Lebenssymphonie, unterbrochen nur von wenigen harmonischen Klängen, das war das Fazit, welches Magnus an diesem trüben, grauen Tag über sein bisheriges Leben zog. Er nahm den letzten Schluck aus der Wodkaflasche und rappelte sich mühsam auf. Wie ein Denkmal des Scheiterns blieb die leere Flasche bis zum Einsammeln durch die Bahnreinigung unter der Bank stehen. Magnus ahnte noch nicht, dass er niemals mehr an diesen Platz zurückkehren würde. Täglich fragte er sich, warum ihn dieser Umschlagsplatz der Gefühle so magisch anzog. Immer wieder gab er dem selbst zerstörerischen Impuls nach, diesen Ort aufzusuchen, obwohl ihn die ungestillte Sehnsucht wieder dazu zu gehören, nur noch tiefer in die seelische Not stürzte.

Eine Regionalbahn, prall gefüllt mit Reisenden, fuhr ein. Der Bahnsteig glich für einen Moment einer aus dem Bau strömenden Ameisenarmada. Magnus durchwühlte unter dem geringschätzigen, teils angeekelten Blick einiger Mitmenschen die Mülleimer nach Pfandgut. Die spärliche Beute verstaute er in seinem schmutzigen Rucksack. Immerhin reichte es für eine weitere Flasche Seelentröster vom Discounter.

Dann machte er sich auf den Weg zu dem abbruchreifen Schuppen, der am Rande eines abgeernteten Feldes dem Verfall preisgegeben war und ihm derzeit als Nachtlager diente. Einige modrig riechende Strohbunde nutzte er als halbwegs bequemen Untergrund für die Nachtruhe. Magnus schlüpfte in seinen stinkenden Schlafsack, lauschte dem Rascheln seiner vierbeinigen Mitbewohner und schaute durch eine Lücke zwischen den Pfannen in den Sternenhimmel.

Ich bin klein, mein Herz ist rein, murmelte er, der zweiten halb geleerten Flasche Wodka geschuldet, vor sich hin.

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er sich des einzigen Lichtblicks des Tages erinnerte, den er sorgsam wie einen Diamanten in seinem Herzen hütete.

Eine Mitarbeiterin der Bahnhofsmission, die Magnus ein wenig ihrer Zeit schenkte und sich zu ihm setzte, bot ihm zum Ende der Unterhaltung an, für die Heilung seiner Seele zu beten. Magnus, im tiefen Sinnlosigkeitstal der Welt pilgernd hatte erwidert, dass es für ihn weder Hoffnung noch Perspektiven gab. Es sei einfach zu spät. Daraufhin las ihm die junge Frau ein von Jesus erzähltes Gleichnis vor, in dem die, die nur eine Stunde fleißig gewesen waren, dasselbe an Lohn erhielten, wie andere, die sich den ganzen Tag abschufteten.

„So etwas macht doch kein Mensch der Welt“, sagte Magnus.

„Kein Mensch, aber Gott, der geduldig ruft und wartet bis zuletzt“, hatte die junge Frau erwidert. „Schau“, erklärte sie weiter, „Gott denkt nicht in den Dimensionen der Menschen.

Ein Prediger auf Bibel TV erklärt die Liebe von Jesus so:

Zwei Freunde waren von klein auf ein Herz und eine Seele und teilten alles miteinander.

Sie kamen in das Teenageralter und ihre Wege trennten sich. Der eine studierte Jura und tat somit seinem Gerechtigkeitssinn, seiner Wahrheitsliebe und seiner Ehrlichkeit Genüge. Der andere schlug den Weg des Bösen ein. Seine Betrügereien brachten ihn letztendlich vor Gericht. Der Richter war ausgerechnet sein Kamerad aus der Kindheit. Punkt für Punkt arbeitete dieser die Anklage ab und verurteilte seinen Freund zu einer hohen Geldstrafe, die dessen Ruin bedeutet hätte. Nach der Urteilsverkündigung begab sich der Richter zur Anklagebank, umarmte seinen Freund herzlich und sprach: „Ich werde die Geldstrafe für dich bezahlen, damit du ein neues Leben beginnen kannst“. So ist es auch mit Jesus. Wer ihn einmal als seinen Herrn angenommen hat, dessen Schuld wird er ein für alle Mal tragen. Gibt es eine größere Liebe? Hier, lies das und bringe alles vor Jesus, er macht dein Leben neu, egal was du getan hast“.  Die junge Frau drückte ihm ein laminiertes Kärtchen in die Hand, welches Magnus vorerst achtlos in seine Manteltasche steckte, doch etwas machte Klick in seiner Seele. Um die musste er sich wohl langsam ernsthaft Gedanken machen, denn sonst hatte er nichts zu verlieren.

Die liebevolle Ärztin, die ab und zu mit dem Bus einer Christengemeinde auf dem Parkplatz vor dem Rathaus den Obdachlosen der Stadt kostenlosen Rat und Hilfe anbot, warnte Magnus jedes Mal davor, weiterhin sein Leben auf der Straße zu verbringen. Sein katastrophaler Gesundheitszustand genüge nicht mehr der Härte eines Landstreicherlebens, warnte sie ihn beim letzten Besuch.

Hass, Gewalt, Einsamkeit, Verzweiflung, Missachtung und in lichten Momenten die Scham, das waren die bisherigen Begleiter seines Lebens gewesen. Was war der Sinn eines solchen Lebens?

Manchmal hätte Magnus gerne mit einem Tier getauscht, denn der Mensch hörte, egal in welcher Situation er sich befand, diese leise, bohrende Stimme, die Konsequenzen anmahnte und ehrliche Antworten erwartete. Deswegen ertränkte Magnus diese Stimme Tag für Tag.  Für ihn hielten die Götter der Gegenwart keinen Nektar mehr bereit.

Des Kämpfens müde, verzichtete er lieber auf seine Würde und hielt seinen freien Geist in den Mauern der Abgestumpftheit des Alkohols gefangen.

Das Kärtchen in seiner Manteltasche fiel ihm ein. Er holte es heraus und las es voller Inbrunst:

Gott, ich bin ein Sünder. Damit ich überhaupt zu dir kommen kann, musste dein Sohn Jesus Christus am Kreuz sterben – an meiner Stelle. Danke dafür!

Ich beuge mich vor dir, Herr Jesus. In deinem Namen bitte ich von ganzem Herzen um Vergebung für alle meine Sünden und all meine Schuld.

Hass gegen dich und andere, Neid, Lügen, meine Selbstsucht, Lieblosigkeit, Unmoral, Ungerechtigkeit, Jähzorn und vieles andere. Ich weiß viele Sünden nicht mehr, aber du kennst sie.

Wasch mich bitte jetzt rein von allem Bösen durch dein kostbares Blut. Wasch mich bitte weiß wie Schnee.

Danke, dass du auf Golgatha den Preis bezahlt hast und mich so annimmst, wie ich bin. Danke, dass du mich lieb hast. Du hast alle meine Sünden nun ausgelöscht.

Und so, wie du mir vergeben hast, so vergebe ich auch denen, die gegen mich gesündigt haben. Ich vergebe allen alles – egal, was sie mir angetan haben oder was sie unterlassen haben. Auch mir selbst vergebe ich.

Danke, Vater im Himmel, dass ich nun dein Kind geworden bin und das ewige Leben habe. Lass mich nie mehr los und erfülle mich mit deiner Liebe und deiner Freude. Erfülle mich mit deinem Heiligen Geist als meinen Tröster und Helfer.

Mein ganzes Leben soll dir gehören, Herr Jesus. Sei du mein Herr und mein Freund.

Tiefer Frieden überkam Magnus, der wundersamerweise mit jedem Wort nüchterner geworden war. Dann schlief er ein. Im Traum sah er sich selbst dort auf dem Heulager liegen. Grauhaarig, ungepflegt, betrunken, zahnlos, in Lumpen gehüllt, durch das Leben auf der Straße vorzeitig gealtert.

Plötzlich erstrahlte ein überirdisches Licht voller Wärme. Eine Liebe umhüllte ihn, die zu beschreiben es in der menschlichen Sprache keine Worte gab. Zwei Hände, an denen sich Wundmale befanden, streckten sich ihm entgegen. „Komm“, sprach eine Stimme. Magnus ergriff die Hände…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Märzgedanken

 

Zeit für eine erste Zwischenbilanz des Jahres. Welche Vorsätze tragen Früchte, welche sind schnell verdorrt?

März, Zeit der Aussaat. Rund um uns die erwachende, knospende Welt, die jedem logisch denkenden Menschen die Existenz Gottes beweist.

Gott, erkennbar in der Ordnung der Natur, in dem Wunder der Schöpfung. Alles fügt sich, konstruiert von einer höheren Intelligenz, in den Kreislauf der Erde, ein.

Geschaffen für uns Menschen, sie zu nutzen und zu bewahren.

Auch die großen Geister und Gelehrten unserer Zeit glauben immer weniger an das Entstehen durch Zufall und stehen oft am Ende ihres Lebens ehrfurchtsvoll vor den unscheinbaren, winzigen Sandkörnern ihrer Lebensleistung im Angesicht der nicht mit Worten zu beschreibenden Größe Gottes.

Gott, ein Liebender, der das Beste für seine Kinder schuf. Geht die Saat auf, die er bei der Zeugung in unsere Herzen legte? Setzen wir gottgefällige Prioritäten oder huldigen auch wir dem Zeitgeist in einer Epoche unzähliger Versuchungen?

Hinterfragen wir ab und an unser „Christ sein“ kritisch?

Wir haben es in der Hand das Gute auszusäen. Welche Saat legen wir in die Kinder, unsere Zukunft? Nehmen wir uns für sie die ihnen zustehende Zeit und führen sie auf rechte, gottgefällige Wege oder flüchten wir uns in Arbeit, Verein, Politik, Ehrenamt, Fitnessclub etc.?

Legen wir die Saat der Nächstenliebe durch gelebtes Vorbild in unsere Mitmenschen oder befriedigen wir zuallererst unsere Bedürfnisse, Süchte, Wünsche?

Jeder Mensch ist sein Leben lang auf der Suche nach dem Sinn des Daseins.

Anerkennung im Beruf, Erfolg im Sport, Spitzenleistungen sind letztendlich Versuche des Menschen in seiner Unvollkommenheit perfekt zu erscheinen. Erfolglose Versuche von allen respektiert und geliebt zu werden, vor allem geliebt. Es bleibt die Leere nach dem Kick, die nur einer ausfüllen kann, Jesus Christus.

Jeder Mensch sucht und braucht Liebe. Jesus ist die Mensch gewordene Liebe, ewig. Er ist nur ein Gebet entfernt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reiche Leiche

 

Es ist wohl so auf dieser Welt,

der wahre Gott, der heißt heut´ Geld.

Doch immer nur zu konsumieren

kann zum Konkurs der Seele führen.

Grundsätzlich ist ja Geld nicht schlecht,

für jedermann, verteilt gerecht.

Jedoch das Jagen nach Gewinn,

wird manchem schnell zum Lebenssinn.

Geld heilt nicht die Gebrochenheit,

es hilft auch nicht bei Einsamkeit.

Ist nicht Ersatz für große Leere,

bringt weder ehrlich Ruhm noch Ehre.

Hast du genug, dann giere nicht,

auch wenn dir viel ins Auge sticht,

dann öffne lieber deine Hand

und schau über den Tellerrand.

So bleibt als Fazit dieser Zeilen,

es glaubt ein Mancher bis zuweilen,

dass Reichtum, Gier und große Pracht,

den Menschen fast unsterblich macht.

Wer das glaubt, der hat nur geschafft,

durch rücksichtslose Willenskraft,

 in eines Friedhofs kühlem Hain,

die reichste Leiche dann zu sein.              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wundergabe
 
Menschen hoffen auf ein Wunder,
suchen tolle Dinge,
jagen nach dem großen Glück,
dass der Wurf gelinge.
Doch das allergrößte Wunder,
es gibt kein Maß zu messen,
ist ein Kind im Arm zu halten,
doch das wird oft vergessen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Fall

 

Gestern küsste mich der Himmel,
mich den herzensguten Mann
und ein Streben und ein Sehnen
rührte meine Seele an.
Für den Frieden, für die Liebe,
wollte ich ein Zeugnis sein,
für das Teilen und Verschenken
leuchten wie der Sonnenschein.
Doch der Tag, der darauf folgte,
war ein Tag voll Ärger nur,
vom Elan des frühen Morgens
blieb nicht mal die kleinste Spur.
So viel Schlechtes, soviel Scheitern
war die Summe an dem Tag
und der gut gemeinte Vorsatz
lag am Abend tot im Sarg.
Danke, Gott, für helle Lichter,
die du mir im Dunkel bist
und dass Jesus für uns Sünder
dort am Kreuz gestorben ist.
Gestern küsste mich der Himmel,
mich den herzensguten Mann,
Gott sprach in mein Scheitern tröstend:
„Morgen fängst du wieder an.“

 

 

 

 

 

 

Herzensgarten  

 

Tief versteckt im Herzensgarten

steckt eine zarte Blume.

Und gießt du sie nicht jeden Tag,

dann bleibt nur leere Krume.

 

Den Keim, den steckte Gott der Herr,

du kannst ihn wieder locken,

obwohl e s scheint, dort ist nichts mehr,

nur Erde, hart und trocken.

 

Dann siehst du staunend Blütenpracht,

hängst nach verschenkten Jahren,

hast Ableger dir jetzt gemacht,

willst nie an Dünger sparen.

 

Gibst täglich gerne Blumen ab

aus deinem Herzensbeet,

für Wärme, Liebe, Zärtlichkeit,

da ist es nie zu spät.

 

Es gibt so viele auf der Welt,

die suchen die Oase,

wer Jesus in sein Leben lässt,

hat eine Blumenvase.

 

 

 

 

 

 

Erleuchtung

 

Wenn du Streit verhinderst,
wo der Frieden bricht,
dann bist du Licht.
Wenn du Wort hältst,
bist auf Vorteil nicht erpicht,
dann bist du Licht.
Wenn du ehrlich bist
gehst krumme Wege nicht,
dann bist du Licht.
Wenn du Hilfe bringst
und niemand davon spricht,
dann bist du Licht.
Wenn du trösten kannst,
wo Trauer grausam sticht,
dann bist du Licht.
Wenn du Opfer gibst,
siehst Not aus Gottes Sicht,
dann bist du Licht.
Wenn du Mut hast,
bist kein kleiner, feiger Wicht,
dann bist du Licht.

Wenn du geh´n musst
und stehst einst vor dem Gericht
sagt dir Jesus: „Komm ins Licht!“

 

 

 

 

 

 

Gottes Plan

 

Ein Blümlein steht am Wegesrand,
schenkt Schönheit dieser Welt.
Es steht dort nur für einen Tag,
weil es nicht länger hält.

Am nächsten Morgen stirbt es schon,
hat seinen Sinn erfüllt,
in diesem Blümlein hat uns Gott
den Lebensplan enthüllt.

Wie Blumen soll der Mensch
der Welt auch Schönheit, Liebe bringen
und Jubellieder, wie die Vögel,
auf den Schöpfer singen.
 

Wir haben selber in der Hand
uns täglich zu entscheiden,
denn leben wir mit Liebe nicht,
dann bringt das Dasein Leiden.

Ein Herz, in Ketten festgezurrt,
die Macht und Geld sich nennen,
lernt nie den wirklich wahren Wert
des Menschen Freiheit kennen.

Ein Blümlein steht am Wegesrand,
es soll uns leben lehren
und jeden Tag, den Gott uns schenkt
zu danken und verehren.


 

Herbst des Lebens

 

Wer weise ist, trägt graue Haare,
sie sind des Lebensherbstes Kron´.
Ein Sandkorn sind wir nur auf Erden,
kaum da und bald vergangen schon.
Der Stein, der wunderschöne runde,
wird durch die Stürme erst geformt,
auf Gipfel und durch Täler geht man,
es gibt kein Leben glücksgenormt.
Denn wo das Licht ist, fällt auch Schatten,
so ist es nun mal auf der Welt,
die Menschen, die sich niemals sorgten,
sind wohl an einer Hand gezählt.
Mit Gott als Wurzel eines Lebens,
vergehen Hader, Neid und Stolz,
denn Gott lässt Lebensbäume sprießen
und schenkt im Alter schönstes Holz.
Die Reise ist nicht immer leicht,
schau auf die schönen Seiten,
dann wird der Blick ins Lebensbuch
dir Freude oft bereiten.
Tagtäglich fröhlich weitergehen,
gelingt dem Menschen dieses Glück,
dann wirft ihn auch im Herbst des Lebens
der Sturm nicht einmal nur zurück.
Geborgenheit, Vertrauen, Liebe,
mit Jesus gehen, Schritt für Schritt,
schenkt auch im Alter ganz viel Wärme
und Gott gibt gerne Kohlen mit.

Zufriedenheit kehrt täglich ein
und ruft Gott aus der Ferne,
dann stimmst du voller Frieden zu
und sagst: „Ich komme gerne!“

 

 

 

 

 

 

 

 

Unikate
 
Hannes sollte Häuser bauen,
Tina sollte Menschen trauen,
Arno sollte Bälle halten,
Svenja Räume umgestalten,
Frieder sollte Menschen heilen,
Max der Ärmsten Nöte teilen,
Paula sollte Musik machen,
Ines über Kranke wachen,
Moritz sollte Kinder lehren,
Karla Trost und Hoffnung mehren,
Dina sollte Krieg verhindern,
Karim Not und Elend lindern,
Eva sollte Menschen leiten,
David durch den Schmerz begleiten,
Wanja sollte Raumschiff fliegen,
Martha bei Olympia siegen.
Gott schuf sie, die Welt zu lieben,
alle wurden abgetrieben.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aprilgedanken

 

 

Der in Bethlehem geborene Mensch und Gott

Jesus Christus bringt der Menschheit die Botschaft des Friedens, der Liebe und Erlösung.

So einfach. So genial einfach. Egal, was nachher kam oder vorher war. Gottes Wirken lässt diese Botschaft, im Gegensatz zu vielen anderen der vergangenen Zeiten, nicht verstummen.

Licht kommt in die Welt. Hoffnung für die Suchenden. Gewissheit für die Glaubenden. Jesus Botschaft ist aber auch so unverschämt anders, so völlig dem menschlichen Selbstverständnis entgegen.

Er sagt nicht: Poche auf dein Recht in jeder Kleinigkeit und gib niemals nach, sondern, nicht sieben Mal sollst du vergeben, sondern siebenmal Siebzig Mal (immer wieder).

Er sagt nicht: Häufe soviel materiellen Reichtum an wie du nur kannst, sondern wahre Schätze kann man nur im Herzen sammeln.

Er sagt nicht: Wo ich bin, ist immer vorne, sondern die Ersten werden die Letzten sein.

Er sagt nicht: Verzichtet mal ein wenig auf lieb gewonnenes Überflüssiges zwischen Aschermittwoch und Ostern, sondern sorgt täglich für euer Seelenheil statt für den vergänglichen Körper.

Er sagt nicht: Benutze rücksichtslos deine Ellenbogen oder töte jene, die nicht deinen Glauben teilen wollen, sondern liebe den Nächsten wie dich selbst, ausnahmslos.

Er sagt nicht: Mache sterbliche Menschen auf der Bühne, in den Medien oder in Sportstadien oder auf Rennstrecken zu deinen Göttern, sondern du sollst nur den einen lebendigen Gott lieben.

Er sagt nicht: Verdrängt den Tod, sondern nimmt ihm den Stachel. Der Tod kommt unbestellt, unwiderruflich, und zwar für jeden, todsicher.

Jesus nimmt bewusst in der Blüte seines Lebens diesen Tod am Kreuz auf sich. Doch er besiegt ihn stellvertretend für die sündige Menschheit und lässt uns so teilhaben an der Auferstehung, an Ostern.

Diese Gnade verschenkt er an die Menschen, die an ihn glauben und macht sie randvoll mit jenem, was niemand benennen kann, aber jeder sucht. Jesus lässt uns mit ihm auferstehen und weist uns den Weg aus der Dunkelheit und den Süchten des Lebens. Er verändert das Leben. Er ist Halt in leidensvoller Zeit, denn er hat für uns gelitten. Alle Osterhasen dieser Welt können mit ihren kuscheligen Fellen oder mit ihrem Schokoladengeschmack nicht die Wärme und Süße geben, die ein Leben mit Jesus beinhaltet.

Der Stein ist fort, das Grab ist leer!

Wir wollen seine Zeugen sein, denn wir dürfen durch den Heiligen Geist der Welt zurufen: Beendet die Suche! Greift zu! Was fürchtet ihr?

Mit Augustinus wollen wir gemeinsam jubeln: Was für ein Tod, der dem Tod den Todesstoß gab!

 

 

 

 

 

Neulich in Trisomien

 

Es geschah vor einigen Jahren in Trisomien und ist an Unmenschlichkeit kaum zu überbieten. Doch der Reihe nach. Von Anfang an soll hier erzählt werden, wie Menschen auf Grund ihres Andersseins schnell in den Fokus perverser Denkansätze geraten. Matusch war ein begnadeter Fußballspieler. Großes Talent, gepaart mit hervorragendem taktischen Sachverstand, sowie das Glück von Verletzungen verschont geblieben zu sein, hatten ihn bereits als Teenager dem sportlichen Olymp ganz nahe gebracht.

Mit 17 Jahren war er der jüngste trisomische Nationalspieler aller Zeiten. Von Kindesbeinen an hatte er die Auswahlteams aller Altersstufen der Nationalelf durchlaufen und war nach kürzester Zeit deren überragender Spieler gewesen.

Nun stellte man ihn schon auf eine Stufe mit Pele, Maradona und Messi. Der König von Trisomien war stolz, dass sein Volk einen derartigen Ausnahmesportler hervorgebracht hatte. Das Besondere an Matusch war seine nicht zu erklärende Schusstechnik. Aus unmöglichen Winkeln sprachen seine Torschüsse den Naturgesetzen Hohn und fanden den Weg ins Tor. Das gut gehütete Geheimnis dieser Technik

kannten nur Matusch und seine Eltern. Matuschs kleine Zehen waren dick wie junge Karotten und bogenförmig geformt. Des Weiteren waren diese kleinen Zehen auf Grund eines genetischen Defekts ganz leicht in sich gedreht. Das war des Rätsels Lösung seiner phänomenalen Schusstechnik, welche aber nur ein Aspekt unter vielen seines Könnens war. Nun war Matusch in den Kader der A-Nationalelf aufgerückt. An jenem verhängnisvollen Sonntag, an dem Trisomien ein Europameisterschaftsqualifikationsspiel bestreiten sollte, erfuhr Matusch, dass er von Beginn an im Kader stand. Der König von Trisomien war ein enthusiastische Fußballfan und nahm sich auf Grund seiner Stellung das Vorrecht heraus, während Länderspielen mit auf der Trainerbank zu sitzen. Neben ihm saß dort sein heiß geliebter vierbeiniger ständiger Begleiter, Max der Mops. In der 6. Minute des Spieles setzte Matusch gerade einmal wieder zu einem seiner unwiderstehlichen Flankenläufe an, um dann aus spitzem Winkel diesen rätselhaften Schuss abzugeben, der das Blut der Torhüter aller Gegner gefrieren ließ.

Nun ist aber niemand perfekt und eine kleine Bodenunebenheit sorgte dafür, dass der Schuss eine völlig andere Richtung nahm und den mit heraushängender Zunge neben dem König auf der Trainerbank sitzenden Mops Max mit unglaublicher Wucht traf. Anhand der Fernsehaufzeichnung stellte man später fest, dass die Geschwindigkeit des Schusses, der den Mops tötete, 119 km/h betrug.

Der untröstliche Matusch wurde auf Anordnung des Monarchen vom Trainer Trisomiens, der nur eine Marionette des Herrscherhauses war, sofort ausgewechselt, noch in der Umkleidekabine von den Schergen des trisomischen Geheimdienstes festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Dort verhörte man ihn 24 Stunden, um herauszufinden, wie das geschehen konnte. Matusch verschwand völlig aus der Öffentlichkeit. Selbst die großen Menschenrechtsgesellschaften wie Amnesty International kamen an keinerlei Informationen. Der König setzte alle Hebel in Bewegung um herauszufinden, warum Matusch diesen unseligen Schuss abgegeben hatte. So blieb es nicht aus, dass irgendwann das Geheimnis seiner genetischen Besonderheit gelüftet wurde. Dann verschwand Matusch und ward bis heute nicht mehr gesehen. Die Medien von Trisomien berichteten auf Anordnung des Monarchen nicht über diesen Skandal und das Ausland ging schnell wieder zum Tagesgeschäft über. Wen interessiert das Schicksal eines Einzelnen in einer kälter werdenden Welt? Der König in seinem blinden Zorn gab den Auftrag, die Füße aller Kinder seines Landes überprüfen zu lassen. 1,3 % der Kinder litten seit der Geburt an der außergewöhnlichen Verformung der kleinen Zehen. Diese Kinder durften ab sofort nicht mehr Fußball spielen. Zudem bekam jedes der Unglücklichen eine Zwangstätowierung in Form eines verdrehten kleinen Zehs auf die Stirn, damit jeder Menschen mit dem Maschisyndrom, wie man es im Volksmund mittlerweile nannte, erkennen konnte. Landesweit wurden pseudowissenschaftliche Symposien durchgeführt, deren Besuch für die Bürger Pflicht war. Dort wurde auf den großen volkswirtschaftlichen Schaden und die hohen Kosten hingewiesen, den dieser genetische Fehler bewirke. Es dauerte nicht lange, bis auch die Medien die Klaviatur der Stimmungsmache bedienten. In diversen Talkshows wurden Horrorszenarios heraufbeschworen, wenn auch die letzten Aufrechten nachfragten, inwiefern Gefahr für die Gesellschaft von derartigen Behinderungen ausging. „Stellen sie sich vor“, antwortete der Gesundheitsminister von Trisomien, „ein Busfahrer fährt im Sommer mit offenem Fenster. Sein Bus ist mit siebzig Menschen besetzt. Ein Maschi spaziert über den Bürgersteig und tritt hinter eine zufällig dort liegende Coladose. Ihm passiert, was Matusch passierte. Er trifft nicht richtig, die Dose fliegt durch das geöffnete Busfenster, trifft den Busfahrer an der Schläfe, dieser wird ohnmächtig und da der Bus sich gerade auf einer Brücke befindet, durchbricht das Brückengeländer und stürzt in einen Fluss. Wer aus dieser Runde will diese Gefahr einfach ignorieren“? Betretenes Schweigen. Der Gesundheitsminister schaut triumphierend in die Runde. Maschis abtreiben? Pro und Contra, so lautete der Untertitel der Talkshow. Die Umfrage vorher ergab 80 % nein, 15 % ja, 5 % weiß nicht. Nach der Sendung stimmen die Befragten mit 90 % ja, 8 % nein, 2 % weiß nicht. Irgendwann wirkte die tägliche Gehirnwäsche und die Bürger waren, bis auf wenige Ausnahmen, überzeugt, dass die Maschis, wie sie mittlerweile abwertend genannt wurden, eine untragbare wirtschaftliche Belastung und Gefahr für das Land waren. Ärzte, die nicht auf die Möglichkeit der Abtreibung hinwiesen und somit einem Maschi das Leben ermöglichten, wurden verurteilt, ihr Leben lang Unterhalt für dieses Kind zu zahlen. Urlauber in Hotels klagten auf Wertminderung und weigerten sich im selben Raum wie die Maschis zu essen, da sie annahmen, die Behinderung sei ansteckend. Die meisten Menschen von Trisomien, die sich für ein Kind entschieden, ließen daher durch eine Fruchtwasseruntersuchung feststellen, ob ihr Kind auch an dieser Behinderung litt. Bei positivem Befund entschieden sich 90 % zu einer Abtreibung. Um aber die Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung zu umgehen, entwickelte die Pharmaindustrie von Trisomien einen Bluttest, mit dem man völlig einwandfrei feststellen konnte, ob das Kind am Matuschzeh, wie die Behinderung mittlerweile unter der Hand genannt wurde, litt. Die Abtreibungsquote stieg von 90 auf 100 %. Eine ganze Menschengruppe wurde ausgemerzt. Widersetzte sich ein Elternpaar dem Druck der Gesellschaft und kam trotzdem einmal ein Kind mit dieser Behinderung auf die Welt, mussten sich die Eltern den vorwurfsvollen Fragen der Mitmenschen stellen und waren ihr Lebtag geächtet.

Trisomien gibt es natürlich nicht und auch die Geschichte ist nur erfunden. Sie soll zeigen, wohin eine entmenschlichte Gesellschaft driftet, die sich anmaßt über lebenswertes und lebensunwertes Leben zu urteilen. Wir können von Glück reden, dass in unserem Land mit dem christlich geprägten Menschenbild, jedem derselbe Wert beigemessen wird und Vorgänge wie die in dieser Fabel beschriebenen undenkbar sind. In der Tagesschau wäre das Thema über Tage der Aufmacher. Die Boulevardzeitungen träten endlich einmal wirklich für das Gute ein. Die Christen, egal welcher Glaubensrichtung würden im Namen von Jesus Christus ihre Stimme erheben und Unterschriftenlisten mit Millionen von Unterstützern an die Politiker senden (war nur Sarkasmus ;).

Wer die Früchte der Konsumgesellschaft mehr schätzt, als die Früchte des Leibes, wird ernten, was er sät.

 

 

 

 

 

Himmelwärts 1

 

Der Acker schweigt und teilt nicht mehr
das Füllhorn seiner Gaben.
Der Fluss versiegt und niemand kann
am kühlen Nass sich laben.
Der Baum verdorrt, gibt nichts mehr ab,
verweigert Wuchs von Früchten.
Das Vieh stirbt aus, kein Fleisch, kein Ei,
es stoppt das Massenzüchten.
Der Wind verstummt, nichts regt sich mehr,
die Lichter gehen aus.
Das Gas, das Öl, die Kohle fehlt,
man sitzt im kalten Haus.
Ein Mensch erwacht aus diesem Traum,
sieht plötzlich alle Gaben,
die wir von Gott, im reichen Land,
geschenkt bekommen haben.
Ein Mensch erwacht aus diesem Traum
und teilt Besitz und Herz,
voll Freude sieht von Ferne Gott:
Ein Mensch wächst himmelwärts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Atheist                      Christ                                          

 

Geboren                               Geboren

 

gefroren                                gefroren

 

geliebt                                   geliebt

 

getrübt                                   getrübt

 

gelebt                                    gelebt

 

gestrebt                                 gestrebt

 

gegangen                              gegangen

 

vergangen                             angefangen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebesriese
 
Ich habe mich zu dir gebückt,
du hast mich zärtlich fest gedrückt.
Du bist ein Riese der Gefühle,
wir "Großen" haben nicht mehr viele.
 
Das Wachsen in den Lebensgärten
ließ unsere Seelen arg verhärten.
Doch du Kind, lehrst mich neu zu lieben,
mit Sanftmut Zärtlichkeit zu üben.
 
Lässt mich im Buch der Kindheit lesen,
da ist doch irgendwas gewesen,
was tief verschüttet schlummert dort,
befreit durch dich, dein stilles Wort.
 
Wie oft hast du mir schon bewiesen,
beim Lieben sind die Kinder Riesen.
Und wir? Wir haben nur vergessen,
die Schätze, die wir einst besessen!
 
 
 



 

 

Maigedanken

 

Wonnemonat.

Besinnen wir uns auf alles, für das wir dankbar sein sollten.

Kein Monat bläst wie dieser zum Aufbruch zu neuen Ufern. Huldigen wir der Wonne des täglichen Lebens. Ärgern wir uns nicht über belanglose Dinge. In den meisten Fällen müssen wir ihretwegen nicht einen Happen weniger essen oder Durst leiden. Welch ein Wunder und welch eine Freude ist dieses Leben, für den, der mit offenen Augen durch die Welt geht.

Freue dich am Erwachen der Natur. Zehn Minuten den Vögeln beim Sonnenaufgang zu lauschen, erzählt dir mehr vom Leben und von Gott, als alle Talkshows oder abstumpfenden Unterhaltungssendungen unserer schönen neuen Medienwelt.

Der große Lottogewinn, der berufliche Erfolg, der erste Platz schenkt dir nicht eine Minute mehr an Lebenszeit. Denn wir können unauslöschliche tiefe Spuren der Liebe hinterlassen in den Herzen der Menschen. Spuren der Rücksicht, der Zärtlichkeit, der Vergebung, der Nähe, der Hilfe, bringen mehr Leben in dein Dasein als toten Dingen nachzujagen.

Das Wunder der Schöpfung möge dir mehr und mehr bewusst werden, vielleicht jedes Jahr im Mai auf das Neue, denn er bietet sich bestens  dafür an.

Dann lernst du das Leben zu begreifen und zu akzeptieren.

Auch der Tod verliert seinen Schrecken und behindert dein Leben nicht durch seine Angst einflößende Gegenwart.

Genieße den Augenblick. Vielleicht gehst du heute das letzte Mal mit deinem Kind schwimmen, ohne es zu ahnen, weil es erwachsen wird und du es nicht festhalten kannst. Vielleicht hilfst du das letzte Mal deinem Nächsten, weil er alt ist und sein Leben sich dem Ende schneller nähert, als du denkst. Alles ist nicht nur das erste Mal, sondern auch irgendwann unwiderruflich das letzte Mal. Wie viel Freude und Liebe kannst du in diese Welt bringen!

Wenn du also heute erwachst, dann freue dich, dass du ein Teil dieser wunderbaren Schöpfung sein darfst. Betrachte den vor dir reich gedeckten Tisch, die Speisen und Getränke und werde dir einmal bewusst, welches Privileg es ist, in diesem, unserem reichen Land, geboren zu sein. Wenn du auf dem Weg zur Arbeit bist, betrachte mit offenen Augen des Staunens die Farben und Formen der dich umgebenden, förmlich explodierenden, neu erwachenden Natur. Phil Bosmans erzählt, wie die Menschen versuchten einen Grashalm nachzumachen. Das Ergebnis war ein totes Stück grüner Kunststoff. Die echten Grashalme hingegen sind ein Wunderwerk Gottes, das jedem Menschen Gottes Existenz beweist. Sei an dem Platz, an den Gott dich gestellt hat, ein Mensch, der Freude, Frieden, Sanftmut, Güte und Liebe verströmt. Stimme nicht mit ein in den Chor der Miesepeter, die aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Sei gelassen, wenn du auf Fehler triffst und sei dir bewusst, auch du bist nicht perfekt. Kritisiere nicht am Nächsten herum, sondern sei nachsichtig, wie andere mit dir nachsichtig sind. Jesus sagt: „Sieh auf die Balken in deinen Augen, bevor du die Splitter in den Augen der anderen bemängelst“. Schenke den dir heute Begegnenden ein Lächeln oder gar eine Umarmung. Auch denen, bei denen es dir schwer fällt.

Vielleicht brauchen gerade sie es besonders. Erwarte keine Gegenleistung und durchbreche den Kreis der emotionalen Kosten-Nutzen Rechnung. Jesus sagt: „Wenn jemand deinen Mantel will, dann biete ihm auch das Hemd, wer dich bittet, dem gib, was du hast. Erweise deinen Feinden Gutes“.

Wer das beherzigt wird Barrieren überwinden und Mauern zum Einstürzen bringen. Vergeude die Zeit nicht mit der ununterbrochenen Berieselung durch die Medien. 90 % der Informationen sind unwichtig und dienen nur dazu, dich zu fesseln, dich zu unterhalten,  dir deine besser zu nutzende Zeit zu stehlen und dir den Konsum von Dingen zu empfehlen, die man eigentlich nicht braucht. Nutze die Zeit, um Einsame zu besuchen, Armen zu helfen, Fremde zu unterstützen, junge Menschen zu formen, alten Menschen Wertschätzung zu geben. Dann bringst du Wärme in eine kälter werdende Zeit. Übe dich in Dankbarkeit, sei demütig und gib dem Größeren, der uns beschenkt, die Ehre, die ihm gebührt. Er beschenkt jeden, der ihn bittet mit innerem Frieden, Hoffnung, Trost, Gelassenheit und Lebensfreude. Ein Leben mit Gott hat eine Tiefe, die keine Menschen und keine Dinge geben können. Der Mensch denkt, was nichts kostet, kann nichts sein. Jesus ist umsonst und der einzige Reichtum, der die Welt überdauert.

In manchen Momenten des Lebens erhaschen wir einen winzigen Blick ins Paradies. In manchen Momenten des Lebens zwingt es uns, einen Blick in die Hölle zu werfen. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt und alles dazwischen ist dieses unser Leben. Ist der Sinn dieser kurzen Zeitspanne Besitz zu sammeln, Anerkennung von Menschen zu ernten, sein Recht durchzusetzen? Du sollst den Herrn deinen Gott lieben. Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst. Beides wären Gebote, die, so sie denn ernsthaft angewendet würden, die Welt friedvoller und schöner gestalteten. Versuche in jedem Menschen, der dir begegnet, ob griesgrämig, ob aggressiv, ob böse oder misstrauisch die reine unberührte Seele des Tages der Geburt zu sehen und hinterfrage, wie es dazu kam, dass die Gesellschaft aus ihm machte, was er heute ist. Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Gib deines an Jesus ab, wenn es zu schwer wird und empfehle das auch den Mitmenschen. Sei gütig und vergib immer wieder, so wie Jesus es predigte.

Der Mensch ist ein winziges Sandkorn in Raum und Zeit und trotzdem kennt der Schöpfer jeden und geht ihm ein Leben lang nach.

Halte inne und versuche ein göttliches Salzkorn unter ungewürzten Speisen zu sein. 

 

Tanze also voller Lebensfreude in den Mai, denn Licht im Dunkel sollen wir Christen sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schöpfer

 

Ein Mensch nimmt einen Klumpen Ton
und legt ihn vor sich hin,
doch formt er diesen Klumpen nicht,
dann bleibt er ohne Sinn.

Ein Mensch nimmt sich ein Stückchen Holz
und legt es vor sich hin,
doch formt er dieses Holzstück nicht,
dann bleibt es ohne Sinn.

Ein Mensch nimmt sich ein Stück Metall
und legt es vor sich hin,
doch schmiedet er das Eisen nicht,
dann bleibt es ohne Sinn.

Aus Lehm erweckte Gott den Mensch
und blieb ihm immer treu,
wie sich ein Leben auch verformt,
Gott macht es gerne neu.

Er formt den Menschen durch die Zeit,
die er auf Erden steht,
durch Freude, Trauer, Lachen, Leid,
bevor er wieder geht.

 

Nicht einem wird die Ewigkeit
im Paradies geraubt,
der heute und den Rest der Zeit
an Jesus Christus glaubt.

 

 

 

 

 

Seelenpflege

 

Es reiben sich die Menschen auf
in vielen kleinen Fehden,
vergessen auf dem Trümmerfeld:
Gott schenkte uns einst Eden.

Die Kleinigkeiten machen krank,
vergiften unser Sein.
Statt Brot dem Nächsten anzubieten,
ergreifen wir den Stein.

So jagt die Welt nach Nichtigkeiten,
vergöttert falsche Schätze,
doch fragt die Seele nach dem Sinn
verstummen Antwortsätze.

Der Zeitgeist predigt Schönheitswahn,
man soll den Körper stählen,
doch wenn man nur die Körper pflegt
verhungern bald die Seelen.

Den Mensch, der sich zum Himmel streckt,
und sei es kurz vorm Ende,
erwartet in der Ewigkeit
der Gott der sanften Hände.

 

 

 

 

 

 

Zahlungserinnerung

 

Versichert sind Gepäck und Scheine,

versichert sind des Kickers Beine,

versichert ist die Fensterscheibe,

versichert ist des Menschen Bleibe.

Versichert ist die neue Brille,

versichert ist der Rechtsstreitwille,

versichert ist des Menschen Leben,

und auch die Kosten, muss er´s geben.

Versichert trotzt man Feuersbrunst,

versichert Edelstein und Kunst,

versichert ist die Blechkarosse,

versichert Reiter und auch Rosse.

So glaubt der Mensch, er ist geschützt,

was nach dem Tod ihm wenig nützt,

denn viele, dann in Höllenqualen,

vergaßen Prämien zu zahlen,

an Gott, den Herrscher dieser Welt,

bei dem ein anderer Reichtum zählt.

Doch denke nicht es sei zu spät,

tagtäglich reicht schon ein Gebet,

als Beitrag für das Himmelsglück,

den Lohn, den zahlt dir Gott zurück.   

 

 

 

 

 

 

 

 

Junigedanken

 

Zaghaft macht sich die Sonne einen Namen durch Wärme, die den Körper und die Seele verwöhnt.

Vögel, die in aller Frühe ihr Lied zum Lob des Schöpfers erklingen lassen.

Gutgelaunte Menschen, die sich auf einen langen Sommer der milden Abende freuen und die Seele neu einstimmen und ausrichten auf den Nächsten.

Goldene Strahlen der Sonne sollen tief ins Herz dringen und uns empfindsamer machen für jene, die im Dunkel sind.

Wieder einen Monat Zeit das Gute im Menschen zu sehen. Nie aufgeben das Positive hervorzuheben und das Negative zu verstehen und zu akzeptieren.

Welchen Sinn ergibt es, sich die wunderbare Welt durch kleine Nichtigkeiten vermiesen zu lassen?

Jeder neue Tag kann vergiftet oder gelebt werden, aber nur einmal.

Versuchen wir in sonniger Zeit Gegenwind zu werden in einer Gesellschaft, die immer das Negative, die Fehler hervorhebt.

Beginnen wir bei unseren Nächsten damit, in der Familie, im Beruf, in der Schule. Hören wir auf zu verurteilen, denn Jesus sagt, mit dem Maß mit dem wir urteilen, werden wir selbst beurteilt werden. Wie können wir uns dann anmaßen ganze Völker und Kulturen zu beurteilen oder gar zu verurteilen, um uns selbst zu erhöhen? Wie schnell geschieht das schon, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, in unserem kleinen begrenzten Umfeld. Wie scharf ist das Schwert unserer Zunge.

Fehler bei anderen zu suchen ist eine genauso mühselige Arbeit, wie Goldkörner aus dem Fluss zu waschen.

Man siebt und siebt, tagein, tagaus und wenn man Erfolg hat findet man ein winziges Körnchen, über das es kaum zu reden lohnt. Dann hält man sich für den König und macht aus dem Körnchen einen Goldklumpen. So ist es auch mit der Fehlersuche.

Viel Aufwand für die den Nächsten verletzende Selbstbeweihräucherung und Rechthaberei. Ist es das wirklich wert? Wer seine Mitmenschen tagtäglich in ihre Einzelteile zerlegt, wird nie das Ebenbild Gottes im Gegenüber erkennen.

Man hat im Ehepartner, im Kind, im Freund, in jedem Menschen, egal welcher Herkunft, ein Goldstück Gottes vor sich. Unendlich wertvoll, wenn man mit liebenden Augen sieht.

Lass deshalb die Sonne deines Herzens noch heller strahlen als die Sonne des Junis und die Seele deines Nächsten mit Wärme berühren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Jesus in das Leben kommt…

 

Wenn Sturm das Boot zum Kentern bringt,

kann Gott dir Rettung zeigen,

denn Jesus hebt nur seinen Arm

und bringt den Wind zum Schweigen.

 

Wenn Leid und Trauer Gäste sind,

dann rufe nach dem Herrn,

Trost hat uns Jesus zugesagt,

er hat die Schwächsten gern.

 

Wenn Krankheit dich zum Zweifeln bringt,

dann strecke aus die Hand,

zu Jesus, der die Heilung ist,

berühre sein  Gewand.

 

Wenn Einsamkeit dein Herz zerfrisst,

dann bringe Gott dein Leid,

denn Jesus hört dir gerne zu,

hat immer für dich Zeit.

 

Wenn Hass und Zorn die Seele quält,

schwer auf dir liegt wie Blei,

dann gib´ es nur an Jesus ab,

er macht die Seele frei.

 

Wenn Leben dir zur Bürde wird,

die Welt zum Trümmerfeld,

dann schmiege dich in Jesus Hand,

weil er dich immer hält.

 

Wenn Schuld auf deinem Leben liegt,

befreie dich davon,

bring´ sie zum Kreuz auf Golgatha,

leg sie vor Gottes Sohn.

 

Wenn keine Hoffnung in dir ist,

dann lese Gottes Wort,

es bringt dir Zuversicht und Heil

nimmt alles Dunkle fort.

 

Wenn Suchen dich an Grenzen bringt,

dann greife endlich zu,

denn Jesus wartet schon auf dich,

er fragt: „Was fürchtest du“?

 

Wenn Jesus in dein Leben kommt

Macht Leben endlich Sinn.

Dann wirst du neue Kreatur,

dann sagst du froh: „Ich bin“!

 

 

 

 

 

 

 

Wort - Schatz
 
Du bist völlig unverbogen,

sagst die Dinge, wie sie sind,
kommst nicht heuchelnd her gelogen,

da bist du mir Vorbild, Kind.
Du erfindest neue Worte,

lässt mich staunen jeden Tag,
sprich noch viele dieser Sorte,

weil ich neue Worte mag.
Statt Mittagessen Mittagtrinken

erfindest du zu meinem Spaß,
den Pechpilz lässt du traurig winken,

zerbricht beim Trinken dir ein Glas.
Im Schmunzelsumpf sitz ich voll Wonne,

wenn dich der Heißdurst heftig quält,
statt Vollmond liebst du mehr Vollsonne,

hast du mir heute stolz erzählt.
Du sagst mit braun verschmiertem Mund,

tust ehrliche Entrüstung kund,
dass das nicht Überraschung sei,

viel mehr wohl ein Enttäuschungs - Ei.
Du spielst mit Worten jeden Tag,

was ich als Wortverliebter mag,
der freudig seinen Bleistift zückt,

hast du ihn wieder mal beglückt.
Voll Freude schaue ich dich an,

weil ich es fast nicht fassen kann
und es mir meine Kehle schnürt,

wie Gott in Kindern uns berührt.
 

 

 

 

 

 

Menscheinander

 

Der Silberstreifen dieser Welt

befindet sich wohl nur im Geld.

Wohin man hört, wohin man schaut,

man jammert und beklagt sich laut.

 

Besitz und Geld sind erstes Thema,

wer anders ist, passt nicht ins Schema.

Wir leben hier im Überfluss,

doch ohne Ziel ist der Genuss.

 

So jagt man nach dem nächsten Kick,

verliert das Wahre aus dem Blick.

Bei Kindern, Zukunft dieser Welt,

ruft mancher: Nein, die kosten Geld.

 

So bleiben sie oft ungeboren,

als Wunder für die Welt verloren.

Wie wertvoll ist, statt all dem Tand,

die Wärme einer Kinderhand.

 

Wie wertvoll ist, statt all dem Streben,

sich Liebe, Teilen, Wärme geben,

denn alle Menschen werden alt

und Jagd nach Geld macht Seelen kalt.

 

Allein und einsam sitzt man dann

und schaut die vielen Dinge an,

die man im Leben angehäuft

und wie der Sand der Sanduhr läuft.

 

Wer voller Liebe teilt sein Leben,

für den wird es Erfüllung geben,

der hört auf Jesus, der da spricht:

Ich bin die Wahrheit und das Licht.

 

 

 

 

 

 

 

Lottokönig

 

Ein Mensch, in seinem Garten sitzend,

am Tisch bei großer Hitze schwitzend,

starrt vor sich auf ein Blatt Papier,

nimmt er die dreizehn oder vier?  

Sechs Richtige will er erhaschen,

mit Geld sich füllen alle Taschen,

mal in die Schickeria schielen

und endlich einmal Lotto spielen.

Der Frau schenkt er dann Diamanten,

verteilt sein Geld an Spekulanten.

Kauft Pferde, Yacht und Sportkarossen

und auch auf Löwen wird geschossen.

Schon sieht er, wie das Glück ihm lacht,

nimmt Lottoschein, legt sich zur Nacht,

ins Bett und will ihn morgen bringen,

zum Kiosk, um das Glück zu zwingen.  

Kaum schläft er, fängt er an zu träumen,

wie Diebe seinen Safe ausräumen,

Dow-Jones mit Wucht nach unten saust,

sein Porsche in den Abgrund braust.  

Die Pferde haben nichts gewonnen,

das Geld durch Partys schnell zerronnen.

Den Löwen hat er nicht getroffen

und auch die Yacht ist abgesoffen.  

Er träumt, dass Banken zu ihm senden,

Gerichtsvollzieher, die ihn pfänden.

Er sieht sich arm und obdachlos

und denkt im Traum: Was tat ich bloß?  

Der Mensch wird schweißgebadet wach,

entscheidet dort im Schlafgemach,

den Lottoschein flugs zu zerreißen

und in die Tonne ihn zu schmeißen.  

So kam am morgen schon zurück,

sein kleines, aber wahres Glück.

Er freute sich am Ende sehr:

Die Seele froh, das Traumschloss leer!                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neulich

 

Las ich, dass unser Universum vor 13,7 Milliarden Jahren durch einen Urknall entstand. Stephen Hawking, für viele die wissenschaftliche Koryphäe unserer Zeit schlechthin, behauptet, dass alles durch eine "spontane Schöpfung" entstand und er dieses auch belegen könne. Wir benötigten deshalb keinen Schöpfer.

Ich stelle mir vor, das große Eingangstor einer Autofabrik öffnet sich und es gibt einen Knall. Alle Tausende Einzelteile eines Autos schöpfen sich plötzlich und fliegen, aus dem Nichts kommend, in die Fabrik. Am Ausgangstor der Fabrik steht ohne jedwedes Zutun eines intelligenten Ingenieurs oder der Facharbeiter, die das Auto zusammenschrauben, ein fertiges Auto, welches perfekt funktioniert und allen Gesetzmäßigkeiten der sinnvollen Benutzung Genüge tut.

Da bin ich ehrlich froh, dass ich in meinem naiven Kinderglauben an einen Schöpfer glaube, auch wenn ich immer wieder ein hämisches Lächeln dafür ernte, dass es mir nicht einleuchtet, dass unsere Erde mit allen ihren Wundern und den ineinander greifenden, zwingend erforderlichen Gesetzmäßigkeiten für das Überleben, dass jeder einzelne wunderbare Mensch, jedes Lebewesen, jede Pflanze aus dem Nichts entstand und wir einfach nur ein Zufall sind.

Sei es drum, ich glaube an den großen Gott, unseren Schöpfer

 

 

 

 

 

 

Waldspaziergang

 

Ein Mensch, den Sinn des Lebens suchend,

dabei nur selten Siege buchend,

ging einst spazieren, tief im Wald,

bewundernd Töne und Gestalt.

 

Er hörte dort die Vöglein singen,

sah Hasen durch die Büsche springen,

entschleunigt, froh und sorgenfrei,

sie sahen glücklich aus dabei.

 

Die Tiere lebten vor sich hin

ganz ohne Fragen nach dem Sinn,

von Leistungsdruck und Stress befreit

und ohne Druck verplanter Zeit.

  

Der Mensch, erdrückt von tausend Sachen,

die Leben scheinbar leichter  machen,

der sieht, als er Natur genießt,

dass Lebenssinn sich ihm erschließt.

 

Erkennt des Schöpfers klare Spur,

an jenem Tag in der Natur.

Beschloss sein Leben flugs zu ändern:

mit Gott als Mitte statt an Rändern!  

 

 

 

 

 

Wahrer Reichtum
 
Keinen Goldschmuck um den Hals,
aber kleine Hände.
Keinen Kunstschatz im Regal,
aber Märchenbände.
Keinen Flitzer vor der Tür,
ganz viel Kindersitze,
keinen Aktien im Depot,
aber Kinderwitze.
Keinen Urlaub auf Hawaii,
aber täglich Spiele,
keine Zeit für´s Internet,
aber für Gefühle.
Keinen Goldschatz auf der Bank,
viele Kinderschätze,
keinen Publikumsverkehr,
aber erste Sätze.
Keine Pferde und kein Pool,
aber viel Vertrauen,
keine Schlösser und kein Park,
aber Lego bauen.
Keine Zeit für "Fit und Fun",
Zeit für Kinderstunden,
denn du hast sie nur ganz kurz,
schon sind sie verschwunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebenstore

 

Ein Mancher steht vorm Haus des Lebens

mit vielen Schlüsseln und vergebens

versucht er Türen aufzuschließen,

damit die Lebensträume sprießen.

Er nimmt den Schlüssel Eigensucht,

der ist zu groß, der Mensch, er flucht.

Er nimmt den Schlüssel Mitleidslos,

der ist zu kalt, stellt Seelen bloß.

Er nimmt den Schlüssel wilde Gier,

der ist zu grob, macht Mensch zum Tier.

Er nimmt den Schlüssel Gottesferne,

der ist zu böse, tötet Wärme.

Er nimmt den Schlüssel Jagd nach Geld,

der ist zu kurz, macht kalt die Welt.

Der Mensch lässt seine Hände sinken

und übersieht die Gottesklinken,

sein Leben nimmt den falschen Lauf,

er merkt es nicht: Die Tür ist auf!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sechs Falsche    

 

Familie F. aus N. bei Lügde

war froh als Lotto sie beglückte.

Millionenjackpot – jetzt schnell raus

aus ihrem Durchschnittsbürgerhaus.

Vorbei das Leben stinknormal,

mit Freunden in begrenzter Zahl.

Den Sechser gab man lauthals preis. 

Es blähte sich der Freundeskreis.

Ferrari, Jacht, Rubine, Pferde,

kredenzte die Verkäuferherde

und wie im Feuer schwindet Schnee,

schwand auch der Reichtum peu a peu.

Voll Angst lag man in Nächten wach,

verstummte mal der Partykrach,

erschrak bei jedem kleinen Knacken

und fühlte Räuber nur im Nacken.

Herr F., vom Typ Herr eher mäßig,

begann zu trinken, ward gefräßig.

Frau F., vom Kaufrausch übermannt,

hielt keiner neuen Mode stand.

Die Speisen wurden fein und feiner,

der Geldberg aber immer kleiner.

Nach kurzen dekadenten Zeiten

begann man sich ums Geld zu streiten.

Tagtäglich gab es nun Verdruss,

sie machten miteinander Schluss,

so endete der Traum der Beiden,

in Jammer, Elend und viel Leiden.

Statt Reichtum, Jet-Set, Luxusreisen,

sind beide heute Armutswaisen.

Nun wünschen sie sich oft zurück

ihr kleines Durchschnittsbürgerglück.            
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spaziergang

 

Als ich so ging durch Wald und Flur,

genießend blühende Natur,

da sah ich Müll und Plunder.

 

Als ich so blätterte in einem Heft

aus einem „Eine Welt Geschäft“

da sah ich viele Wunder:

 

Ein Roboter aus alten Drähten,

den Lumpenball, den selbst genähten,

ein Auto aus drei Coladosen,

ein Clown mit Tragetaschenhosen.

 

Als ich so ging durch Wald und Flur,

genießend blühende Natur,

begann ich mich zu schämen.

 

Weil irgendwo auf dieser Welt,

ein Kind von Gott dorthin gestellt,

mit Müll muss vorlieb nehmen.

 

 

 

 

Post aus Niemandsland

Junger Mensch, jetzt, da der Rest meines Lebens wohl kürzer sein wird als die hinter mir liegende Zeit, möchte ich dir in diesem Brief über ein Land berichten, in dem ich lange lebte. Ich wünschte, mir hätte damals jemand in Liebe warnend davon erzählt. Das Land heißt Niemandsland. Dort bin ich groß geworden und geboren. Ich erzähle dir davon, da ich befürchte, dass du auch auf dem Weg dorthin bist. Dieses Land schien das Schlaraffenland zu sein. Dort lebte ich als renitentes Menschenkind, welches hinter den Masken der Welt nicht die Gottlosigkeit erkannte und selbst eine solche Maske trug. Doch irgendwann stellte ich fest, es war das Land des Verlassenseins, der Lieblosigkeit, der Ersatzbefriedigung, der Verzweiflung, der leeren Versprechungen, des Lügens, der Verlockungen und der Sinnentleerung. Niemand fängt dich dort auf, wenn du strauchelst. Niemand sagt dir, dass mit deinem ersten Atemzug deine Lebenszeit abläuft. Niemand zeigt dir die Sinnlosigkeitstäler hinter den Konsumbergen. Niemand erzählt dir von den Mühen und den Leiden des Alters. Niemand zeigt dir, wohin der Lebensweg dich letztendlich führt. Damit möchte ich die Bewohner nicht verurteilen oder beurteilen, denn niemand zeigt ihnen den Weg zu Jesus Christus, der in der Gesellschaft als asketische Spaßbremse dargestellt wird. Doch er ist genau das Gegenteil.  Im Niemandsland bist du wer, wenn es dir gelingt, dich selbst bestmöglich darzustellen. Du musst zu allem eine den Bewohnern genehme Meinung haben und diese über die modernen Kommunikationsmittel äußern. Alt werden spielt dort keine  Rolle. Du musst jung und dynamisch sein. Kalte Technik berät dich darüber, wie du deinen Körper dementsprechend trainierst und fordert dich zu Leistungssteigerungen heraus. Durch kleine Computer gewinnst du vermeintlich viel Zeit, doch der Gewinn ist kein Gewinn, denn dir bleibt keine Zeit, um über den Sinn des Lebens nachzudenken. Irgendwann kreisen die meisten Bewohner des Niemandslandes nur noch um sich selbst und um die Erfüllung ihrer eigenen Wünsche. Das Leben verliert seinen Sinn und der Mensch macht Nichtigkeiten zum Lebensziel. Der von Gott bei der Geburt in die Seele gelegte Reichtum ist aufgezehrt. Am letzten Tag ist das Seelenkonto leer. Der Verblender hat sein Ziel erreicht: Ablenkung vom wahren Menschsein nach Gottes Plan. Die Liebe zu Gott und den Nächsten wird verschüttet unter dem Schutt der Ellbogengesellschaft. Doch jeder, der dann die Gottesferne spürt, muss auch schon einmal seine Nähe erfahren haben, denn Gott geht ein Leben lang jedem Menschenkind nach, bis zum letzten Atemzug. Es geht aber auch immer ein bleicher Geselle mit einer Sanduhr neben dir. Er bietet dir im schlimmsten Fall enthemmende Dinge an, die dich noch schneller in sein Reich bringen und im Niemandsland als erstrebenswert und frei machend angeboten werden. Viele trinken jedes Wochenende aus der berauschenden Alkoholquelle des Niemandslandes, flüchten vor der Realität durch bunte Pillen, Spritzen und weißes Pulver, um das Loch in der Seele zu füllen und erwachen morgens im Jammertal. Im Niemandsland verbringen die Menschen ihre Zeit damit, sich ein Leben lang gegen alles abzusichern, außer dem Seelenheil. Die Götter dieses Landes treten gegen Bälle, kreisen in schnellen Autos in der Runde und stehen singend auf Bühnen. Trägst du nicht die richtige Kleidung, unterstellt man dir Gotteslästerung und setzt dich ins Abseits. Hast du nicht das hippe Kommunikationsgerät, das beste Fortbewegungsmittel oder eine prunkvolle Wohnstätte zweifelt man an deinem menschlichen Wert. Dort wird der Ehrliche dumm genannt, der Hilfsbereite beschimpft, der Schwache verdrängt. Die Zeit verrinnt ins Bodenlose. Von morgens bis abends hörst du: Kauf mich, konsumiere mich, du brauchst mich, sei schneller, sei Erster, sei reicher, sei schöner, sei besser, sei erfolgreicher, sei perfekt, sei ein Star. Irgendwann, junger Mensch, werden die ahnungslosen Menschen dort voller Verzweiflung den Verfall ihres Körpers registrieren und den Hunger der Seele bemerken. Sie haben alles und doch nichts, sie sind satt und doch leer, sie haben genug, doch es genügt nicht, sie suchen und finden nicht. Sie haben geglaubt, was die Medien, mächtige Organisationen, Firmen und tyrannische Machthaber ihnen in Worten, Bildern, Filmen und Buchstaben als Leben vorgegaukelt haben. Kindheit vergeht, Jugend vergeht, Besitz vergeht, der Körper vergeht. Im der letzten Stunde des Lebens bist du im Niemandsland ein verzweifelter Sinnsucher und der, der die ganze Zeit wartend neben dir ging, reibt sich die knochigen Hände.  Als ich das Niemandsland verließ, schenkte mir Jesus Zufriedenheit statt Jagd nach dem nächsten Kick, Besinnung statt endlos aneinander gereihte Events und echte Liebe statt twitternder Community und Fake-News.  Verstaubt in den Kellerregalen, unbeachtet auf den Dachböden der Häuser findest du dort nämlich ein Buch, dass die Mauern von Niemandsland sprengt, die Ketten zerreißt, die Seele nährt, die Augen für die Wahrheit öffnet, das Leben mit Sinn erfüllt. Ein Buch, welches auf den hinweist, der aus dem Niemandsland befreit.  Junger Mensch, dieses Buch, die Bibel, zeigt dir den Weg aus diesem Land oder besser noch, lässt dich erst gar nicht dorthin kommen. Dieses Buch weist auf jenen hin, der über den Sensenmann lacht und ihm ewiges Leben entgegensetzt. Jesus Christus nimmt dem Tod seinen Stachel. Er hält dich, er trägt dich, er befreit dich, er bleibt bei dir, wenn alle gegangen sind, er empfängt dich in der letzten Stunde mit offenen Armen in dem Haus, in der er für die, die an ihn glauben schon eine Wohnung vorbereitet hat. Er starb für dich am Kreuz und nahm alle Schuld und allen Schmutz auf sich. Weder der geliebte Partner noch gute Freunde können den letzten Weg mit dir gehen. Doch Jesus bleibt an deiner Seite. Wer ihm folgt, freut  sich über jeden Tag und erkennt im Nächsten Gottes Ebenbild. Du wirst beschenkt ohne Gegenleistung. Du erfährst Vergebung und lernst, das Vergeben frei macht. Er öffnet dir die Augen für die Not und das Elend der Ärmsten. Er macht kalte Herzen warm durch seinen uns hinterlassenen Heiligen Geist. Jesus gibt Antwort auf die Frage: Was bin ich? Er sagt mir ohne Einschränkung: Ich bin was! Er nimmt die winzigen Sandkörner des menschlichen Wissens um Gott und formt sie zu der Erkenntnis, die der glaubende Mensch, der nun einmal im Gegensatz zu Gott dem Unvorstellbarem, in menschlichen Dimensionen denkt, fassen kann. Junger Mensch, wenn du in Niemandsland bist oder glaubst, dich dorthin auf den Weg machen zu müssen, dann komm zurück oder kehre um. Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich bin nicht gegen technischen Fortschritt, doch Sinn ergibt er nur, wenn er  das Gute in der Welt fördert. Ich bin nicht gegen Genuss. Doch Maß zu halten ist echter Genuss nach Gottes Willen. Besuche die Länder dieser Erde, pflege Freundschaften, genieße Kunst und Musik, praktiziere Hobbys, feiere Feste mit Menschen, die wie du, Jesus lieben. Knüpfe Kontakte, damit du viele Niemandslandbewohner erreichst, um ihnen die frohe Botschaft zu bringen. Alle Errungenschaften der Menschheit sind das, was Gott uns Menschen gebietet: Macht euch die Erde Untertan. Doch immer unter dem Aspekt, welchem Ziel der Mensch das unterordnet und ob es im Sinne Gottes ist. Sei ein Licht in dieser Welt. Was tu tust führe aus, als tätest du es für Gott, in der Freizeit und bei der Arbeitsstätte, in der Schule und wo auch immer. Ich, der auf dem besten Weg war, eine führende Position in Niemandsland einzunehmen, kann bezeugen, Jesus macht frei, bringt Frieden in dein Leben, schenkt dir Geborgenheit, gibt dir eine Antwort auf Leid und Trauer. Du wirst an Grenzen kommen, doch Jesus winkt dich durch. Schenke ihm dein Leben. Suche Gleichgesinnte und werdet eine Oase in der Gesellschaft. Schwärmt aus um zu erretten. Dein Weg mit Jesus führt nicht in die Ungewissheit, sondern, wie er verspricht, in die ewige Herrlichkeit, die für seine Nachfolger bereits jetzt und hier angebrochen ist. Wenn dieser Weg auch steinig und manchmal steil sein wird und du oftmals von ihm abkommst, zeigt dir das Kreuz immer die Richtung. Verliere es nie aus den Augen. Hole das verstaubte heilige Buch aus dem Regal, lasse dich nicht davon abhalten es zu lesen und das Gelesene zu befolgen, wenn auch der Herrscher dieser Welt dann dein größter Feind sein wird und immer wieder sein trügerisches, Glück verheißendes Gift in dein Lebenswasser tröpfeln lässt. Jesus ist das lebendige, reine, klare Wasser. Trinke es täglich 24/7.  Genieße die Schönheiten dieser Erde. Genieße den Frieden und die Liebe, die dir  Jesus schenkt und widerstehe den Zeiträubern. Alles ist einmalig, nicht wieder zurückzubringen. Sei gottesfürchtig und nicht voller Menschenfurcht. Jage nicht nach Ruhm, Anerkennung, Besitz und Geld.  Jesus genügt. Er ist der lebendige Gott. Der „ICH BIN“. Ich kann bezeugen, wer Jesus in sein Leben bittet, bekommt: Freiheit, der Mensch zu sein, der er ist. Die Last der Schuld von der Seele genommen und Vergebung ohne Gegenleistung. Frieden in der Seele, der mit Worten nicht zu beschreiben ist. Trost zur rechten Zeit und Hilfe von unerwarteter Seite. Liebe, die Menschen nicht geben können. Leben, das Sinn ergibt. Licht, wo Dunkelheit war und Gewissheit des ewigen Lebens. Ich kann verstehen, dass du diesen Zeilen vielleicht misstraust, da sie dir zu euphorisch vorkommen. Doch da ich selbst Leid in meinem Leben kennen lernte und Menschen schilderten, wie sie trotz kaum auszuhaltender Schicksalsschläge, wie den Unfalltod ihres eigenen Kindes, durch Gottes stille Gegenwart Trost in der Trauer erfuhren, so kann man ihnen im Angesicht dieser Tragödie keine Heuchelei oder Lebensflucht unterstellen.  Das menschliche Leben ist kein Wettbewerb um die größten Fleischtöpfe und kein wetteifern um Ruhm und Anerkennung, sondern in allen seinen Nuancen zwischen Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt ein Hin wachsen zu Jesus für den, der ihm voller Vertrauen bedingungslos sein Leben in die Hände legt. Ich fand in meinem Leben nichts Besseres auf der Erde.

In diesem Sinne grüßt dich herzlich, verbunden mit Gottes reichem Segen, ein Erretteter

 

Immer noch

 

Immer noch stirbt die Unschuld der Welt.

Immer noch Mord wegen Glauben und Geld.

Immer noch wandeln die Mörder herum.

Immer noch schweigen die Herrschenden stumm.

Immer noch antwortet töten dem Tod.

Immer noch trifft es die Ärmsten in Not.

Immer noch gibt man Milliarden für Waffen.

Immer noch Herrscher, die raffen und raffen.

Immer noch ist das Elend weit fort.

Immer noch legitimiert man den Mord.

Immer noch nichts in den Zeiten gelernt.

Immer noch Machtgier, die Völker entfernt.

Immer noch beten, dass Liebe gelingt,

weil nur diese Liebe den Frieden uns bringt.

Immer noch Jesus, sein Wort zeigt uns an,

dass nur seine Botschaft die Welt retten kann!

 

 

 

 

Man nehme

 

Nimm dir jeden Tropfen Glück

und lass´ ihn durch die Kehle fließen,

im Leben gibt´s kaum einen Becher

drum lerne den Moment genießen.

 

Nimm die Gottesgabe Liebe

und nutze sie zum Seelen wärmen,

sie ist der wahre Weg zum Frieden

bei allem Hetzen, Streben, Lärmen.

 

Nimm die Zeiten tiefer Stille

und lasse sie tief in dein Herz,

denn durch die Oase Ruhe

besiegst du Kummer, Leid und Schmerz.

 

Nimm die milde Gabe Mitleid

und öffne gebend deine Hände,

denn das Schenken sammelt Schätze,

wie schnell ist doch dein Weg zu Ende.

 

Nimm dir eine Handvoll Demut

und widerstehe Eitelkeiten,

denn Erste werden Letzte sein

beim Weg durch Erdenzeiten.

 

Nimm die Zeiten voller Trauer,

lasse zu und werde heile,

keine Wunde, kein Verlust

vernarbt durch große Eile.

 

Nimm ein Stück von Jesus Sanftmut

und bringe Frieden in die Welt,

denn tagtäglich stirbt die Unschuld

bei dem Kampf um Macht und Geld.

 

 

 

 

 

 

Dankgebet

 

Herr, für Speisen, alle Gaben,

für den Reichtum, den wir haben,

für die Brüder und die Schwestern,

für das Heute und das Gestern,

sei dir Dank und Ruhm und Ehr.

 

Du schützt uns an allen Tagen,

bist die Antwort aller Fragen,

für die Liebe und Geduld,

für das Tragen unsrer Schuld,

preisen, loben wir dich Herr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jubel 1

 

Als das mächtigste Volk der Erde

durch Bomben vom Typ GBU 28,

von denen eine 145000 Dollar kostet,

den Sieg in einem unseligen Krieg errang,

den zu verhindern man der Diplomatie

nicht die Chance gab und der Tausenden

von Zivilisten und Soldaten den Tod brachte,

jubelten die patriotischen Führer

und das stolze Volk dieser Weltmacht!

 

 

Jubel 2

 

Als ein Kind jenes Landes 2 Dollar

von seinem Taschengeld spendete,

mit dem ein anderes Menschenkind

vor dem Tod oder der Behinderung

durch Polio, Masern, Tetanus, Diphtherie

durch Impfen gerettet wurde,

jubelten die himmlischen Heerscharen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heiligen-Schein

 

Herr W. saß in der Kirchenbank,

bei einer Predigt, fromm und lang,

sang Lobpreislieder, dass es schallt´,

voll Inbrunst und mit Urgewalt.

 

Vor Nächstenliebe troff die Seele,

war auch das Knien ein Gequäle,

es schmolzen betend ihm dahin,

die Missgunst, Geiz und böser Sinn.

 

Die Emotionen, die das weckte,

die hielten nur bis zur Kollekte,

denn W. fiel voller Schrecken ein,

im Portemonnaie war nur ein Schein.

 

Der Zwanziger dort in den Falten

ließ seine Liebe rasch erkalten,

er wollte gerne Geber sein,

doch nicht in Form von einem Schein!

 

Der Opferkorb ging durch die Reihen,

Herr W. bat Gott ihm zu verzeihen:

Zu teilen sei zwar Christenziel,

doch zwanzig Euro arg zu viel!

 

Der Knopftrick ging ihm durch Gedanken,

doch wies er ihn rasch in die Schranken,

die Jacke, zu Herrn W.`s Verdruss,

die hatte einen Reißverschluss.

 

So tauchte er die leere Hand

in jenen Korb, der vor ihm stand

und hoffte, niemand merkte dies,

dass er nur Luft daraus entließ.

 

Herr W., bereits am selben Abend,

mit Freunden sich beim Bier erlabend,

der schmiss zur vorgerückten Stunde

schon seine dritte Kneipenrunde.

 

Und siehe da, der große Schein,

noch in der Kirche schwer wie Stein,

der schwebte aus dem schwarzen Leder,

als sei er leicht wie eine Feder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzensraum

 

Im Herzen ist ein kleiner Raum

voll Wärme, Liebe, Glück.

Dorthin sehnt sich in dunkler Zeit

ein jeder Mensch zurück.

 

Dort hängen Bilder an der Wand

von längst vergangenen Tagen,

an denen Freude, Frieden, Glück,

am Wegesrande lagen.

 

Dort hängen Bilder an der Wand

von Menschen, die wir trafen,

die unvergessen und geliebt

den Todesschlaf schon schlafen.

 

Dort hängen Bilder an der Wand

voll farbenfroher Pracht

aus der die pralle Lebenslust

und helle Sonne lacht.

 

Dort hängen Bilder an der Wand

aus Zeiten voller Licht,

die zaubern dir in dunkler Zeit

ein Lächeln ins Gesicht.

 

Dort wohnt ein Geist, ein heiliger

und streichelt dich von innen,

treibt mühelos den Schmerz, das Leid,

mit sanfter Hand von hinnen.

 

Man findet Hoffnung, Frieden, Zeit,

man findet Trost und Mut,

am Eingang steht voll Güte Gott,

er sagt: „ Ich bin dir gut.“

 

     

 

 

 

So bin ich

Im Anfang war das Wort. Und das Wort war Gott.
Und Gott schuf "So bin ich".
Er schaute auf ihn und er gefiel ihm sehr gut, denn er war ein besonderes Blümlein Gottes.
Die Menschen hefteten ihm das Etikett Down-Syndrom an. In der Gemeinde, die "So bin ich" besuchte, beschäftigten sich die Mitglieder mit den gleichen Problemen wie viele christliche Gemeinschaften.
Woher sollte das Geld für die Restaurierung des Daches kommen? Warum kamen immer weniger Menschen zu den Gottesdiensten? Wie konnte die Jugend wieder empfänglich für die Botschaft von Jesus werden?
Aus welchen Gründen kehrten viele der Kirche ganz den Rücken? Wo waren die Gläubigen, die Bereitschaft zeigten, Verantwortung zu übernehmen und zu dienen?
"So bin ich" hingegen war einer jener, die glaubten wie ein Kind. Manchmal ergriff er zur Überraschung aller kurz vor Ende der Messe das Wort und ließ seine Schwestern und Brüder ohne Falsch an seinem Leben teilnehmen. Er erzählte von seiner Liebe zu Jesus. Er weinte, wenn er traurig war. Er lachte, wenn er etwas Lustiges erzählte und pries Gott, wenn ihn das Glück übermannte.
Im Alltag verstand er manches nicht so schnell. Manches verstand er gar nicht. Sehr vieles aber verstand er besser - mit dem Herz. Frohgemut stellte er sich den Aufgaben, die ihn nicht überforderten. Lobte ihn jemand, erwiderte er mit breitem Grinsen und ungeheuchelter Freude: „So bin ich“. Er war langsamer in seinen Aktionen, denn seine Zeit war immer da und passte nicht in Messgeräte. "So bin ich" merkte, wenn die Menschen, die unsicher gegenüber seinem fremden Aussehen waren, ihn anstarrten.
Schenkte man ihm Mitleid, verweigerte er die Annahme, denn der Sinn des Geschenks erschloss sich ihm nicht.
"So bin ich" erschütterte mit seiner Ehrlichkeit und seiner Authentizität die Wertvorstellungen der Masken tragenden Gesellschaft, doch er besaß alles, was Gott den in Wahrheit Lebenden mitgibt. Nicht erstrebenswert
fand "So bin ich" Karriere, Macht, Ruhm und Reichtum.
Deshalb fanden es viele Menschen unmöglich, dass Geschwister wie er "in der heutigen Zeit mit ihren Möglichkeiten" das Licht der Welt einer
Leistungsgesellschaft erblickten. Doch in ihm war das Leben. Das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst (Johannes 1, 4-5). "So bin ich" entsprach nicht der langweiligen Norm. Er war anders
begabt. Vor Gerichten versuchte man gelegentlich, seinesgleichen als Schadensfall zu definieren, da der das Wachsen im Mutterleib begleitende Arzt die Besonderheit nicht erkannte und ungewollt ein Leben rettete. Oft aber fand "So bin ich" Verständnis bei "So wurde ich". Lag das Ausgrenzen von "So bin ich" daran, dass die großen "So sind sie" den kleinen "So werden sie" immer weniger das wahre Menschsein nach Gottes Plan und seiner Schrift lehren? "So bin ich" fühlte sich wertvoll, von Gott geliebt. Ohne Wenn und Aber.
Eines Tages wird eine kälter werdende Welt den Namen von "So bin ich" vergessen haben.

Nur in Gottes Buch des Lebens, da steht er: Unauslöschlich.
Fettgedruckt.

Über 90 % der Eltern, die die vorgeburtliche Diagnose Down-Syndrom für ihr ungeborenes Kind  mitgeteilt bekommen, entscheiden sich für eine Abtreibung.

 

 

 

 

 

Liebe

 

Mit Liebe ist es so im Leben,

es wird nicht täglich Torte geben.

Doch sollte man den Streuselkuchen,

an jedem neuen Tag versuchen.

 

 

 

 

Nächstenliebe

 

Wer immer um sich selber kreist,

wird schwindlig und dann fällt er meist.

Wer mehr an seinen Nächsten denkt,

erfährt, dass man auch ihn beschenkt. 

 

 

 

 

 

 

Juligedanken

 

Ein Wanderer hatte sich in der Wüste verirrt.

Völlig orientierungslos der brütenden Hitze ausgesetzt wanderte er im Kreis.

Unbarmherzig brannte die Sonne auf ihn herab.

Auf seiner Odyssee im Meer des Todes erblickte er plötzlich zu seinem Erstaunen mit bereits fiebrig glänzenden Augen einen Brunnen. Auf den ersten Blick glaubte er einer Fata Morgana aufgesessen zu sein, doch als er näher kam erkannte er die Realität seiner vermeintlichen Rettung. Um zu prüfen, ob der Brunnen Wasser enthielt, griff er in die Tasche seines Gewandes und holte eine Münze heraus, die er in den Brunnen warf. Er schien sehr tief zu sein, denn erst nach einer ihm endlos erscheinenden Zeit hörte der durstige Wanderer zu seiner großen Freude ein Plumpsen, welches auf Wasser schließen ließ. Auf dem zerbröckelnden Rand des Brunnens befand sich ein Schöpfeimer. Niemand kann sich das Entsetzen vorstellen, als der Verdurstende entdeckte, dass das Seil, mit dem der Eimer in den Brunnen hinab gelassen werden konnte, auf Grund der Witterung an diesem unwirtlichen Ort, unwiederbringlich zerstört war.

Das Wasser im Brunnen soll  ein Symbol für Gott in unserer austrocknenden Zeit sein, der Eimer beschreibt den Heiligen Geist, mit dem wir das lebendige Wasser schöpfen können, das durch Jesus, dem Seil, dem Mittler neu in die Welt gebracht  wurde.

Doch in unserer materialistischen, konsumorientierten Welt der „Immer mehr“ Mentalität  scheint kein Platz mehr für Gott, den Heiligen Geist und Jesus zu sein.

Wie der verdurstende Wanderer gehen viele Menschen ziel- und orientierungslos über diese Erde und verlaufen sich immer wieder im  Kreis von Esoterik, Okkultismus, New Age und vieler anderer Irrlehren und Heilsbringer. Zwischen Himmel hoch jauchzend und tief betrübt pendeln sie suchend durch die Sinnangebote dieser Welt und landen immer wieder unsanft auf dem Boden der Realität des Lebens. Sie suchen nach Ersatzbefriedigung und verdursten langsam aber sicher. Tagtäglich stößt man zwar in der Schöpfung auf den Brunnen des wahren Wassers und man lässt auch ab und an zu festlichen Anlässen und hohen Feiertagen einen Stein hinunterfallen um zu prüfen, ob nicht doch eventuell Wasser des Lebens vorhanden ist. Aber schnell gibt man auf, dieses Wasser zu schöpfen, da es auch Mühe macht und nicht „Befriedigung sofort“ verspricht. So vertraut man nicht auf das ewig Durst löschende, sondern auf kurzen Genuss. Man vertraut sein eigenes Leben und das seiner Kinder dem Busfahrer, dem Taxifahrer, dem Lokführer, dem Piloten an, doch dem, der die Wege unseres Lebens wie kein anderer kennt und bereitet, vertrauen wir nicht. Irgendwann sind wir dann, nach langer Durststrecke, Verdurstende. Dann hat man vergessen, dass es ein Seil zum Brunnengrund des lebendigen Wassers gibt, man hat es vermodern und verwittern lassen. Jetzt würde man zur Not ein Seil aus seiner eigenen Kleidung knüpfen, doch schnell merkt man, es gerät zu kurz oder die Hitze der Welt verbrennt unsere nun entblößte Haut.

In diese Hoffnungslosigkeit sendet uns Gott auch heute noch Jesus, den Mittler, das „Seil“ zum Brunnengrund, welches uns köstliches Wasser erreichen lässt. Er steht traurig neben uns, wenn wir an Orte gehen, an die wir nicht gehen sollten und spricht: „Ich warte“. Er steht traurig neben uns, wenn wir Dinge tun, die wir nicht tun sollten und spricht: „Ich warte“. Er steht traurig neben uns, wenn wir voller Leid sind und spricht: „Ich warte“. Seine Vergebung, sein Mitleid, seine Güte, sein Erbarmen kennt kein Limit.

Er löscht unseren Durst durch den Heiligen Geist.

Er ist der neue, von Gott gegebene Bund, unauslöschlich.

Auch, wenn das Wasser des Brunnens immer wieder vergiftet wird.

Jesus ist immer das Heil bringende Gegenmittel.

Nutzen wir dieses „Seil“, um das Wasser aus dem Brunnen des Lebens zu schöpfen, um nicht wie der Wanderer, das Ziel vor Augen, zu verdursten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blümlein Gottes (Down-Syndrom)

 

Lachst und weinst, nimmst in den Arm,

bist ein Schlitzohr voller Charme.

Was du denkst, sagst du sofort,

ganz egal an welchem Ort.

 

Lebst in deiner kleinen Welt,

schielst auf Ruhm nicht oder Geld.

Singst, wenn dir nach Singen ist,

bist ein Lebensoptimist.

 

Drücken ist für dich ein Muss,

verteilst voll Sanftmut Kuss um Kuss,

kannst auch ganz schön bockig sein,

holt dich mal der Starrsinn ein.

 

Doch es fehlt die Energie

durch die Sucht nach Harmonie,

lange hältst du niemals aus,

Lachen kehrt zurück ins Haus.

 

Du bemerkst, wenn jemand starrt,

das trifft deine Seele hart.

Welt, mit Kälte oft im Schlepp,

wer hat hier ein Handicap?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder ohne Kindheit
 
Wir gleiten über Teppichflor, meist gedankenlos,
Kinder ohne Kindheit werden knüpfend groß.
Kaffee mit den Freunden trinken wir sehr gern,
Kinder ohne Kindheit ernten von uns fern
Wir kaufen billig Waren, woher ist einerlei,
Kinder ohne Kindheit sind deshalb niemals frei.
In den Slums der Städte, leben sie im Dreck,
Kinder ohne Kindheit, schweigend schaut man weg.
Missbraucht von Psychopathen, ein Leben lang beschmutzt,
Kinder ohne Kindheit, Armut ausgenutzt.
Auch in deiner Nähe, durch Drogen kurz beglückt,
Kinder ohne Kindheit, vom Leistungszwang erdrückt.
Hört die stummen Schreie der Kinder dieser Welt,
erhebt für sie die Stimme, denn jede Stimme zählt.
 
 
 

 

 

 

 

 

 

Ballon fliegen    

 

Zwei Menschen haben sich verkracht und ihrem Herzen Luft gemacht.

Sie blasen sich ganz mächtig auf und lassen ihrem Zorn den Lauf.

Wie Luftballons, prall aufgeblasen, sieht man die Beiden mächtig rasen.

Dann fliegen sie, wie ein Ballon, laut zischend rechts und links davon.

Viel besser ist, statt böser Zoten, denn Luftballon fest zu verknoten.

Dann schwebt man aufeinander zu und Herz und Seele haben Ruh´.      


 

 

 

Veredelung
 
Mein liebes Kind, mir wurde klar,
als ich die Lebenssteine sah,
die wir zu zweit gesammelt haben,
um sie im Herzen zu vergraben,
gehst du den Lebensweg alleine,
dann werden daraus Edelsteine.
 
 

Paulinchen 

Paulinchen war allein zu Haus,

die Eltern waren beide aus.
Sie gingen schon am Morgen fort
zu ihrem Geldbeschaffungsort.
 
Paulinchen hatte tausend Sachen,
doch niemand, um mit ihr zu lachen.
Paulinchen war allein zu Haus,
die Eltern waren beide aus.
 
Nach harter Arbeit noch zum Sport,
Termine drückten im Akkord.
Paulinchen war nicht gern allein,

und lud sich falsche Freunde ein.

 

Ein weißes Pulver kam ins Spiel,
mit einer bösen Sucht als Ziel.
Paulinchen spürte großes Leid,
doch niemand hatte für sie Zeit.
 
Den Eltern, bei der Gier nach Leben,
galt Reichtum nur ihr ganzes Streben,
Paulinchen ging alleine aus,
kam selten noch ins Elternhaus.
 

Dann eines Tages blieb sie fort,
vom kalten Luxussammelort.
Paulinchen machte sich davon
und lebte bald von Liebeslohn.
 
Paulinchen war des Lebens müde
und ihrer Jagd nach etwas Liebe,
Paulinchen ist sehr jung zerbrochen,
es blieben Venen nur - zerstochen.
 
Paulinchen machte gestern Schluss,
mit einem letzten goldnen Schuss,
weil sie nicht einen Menschen fand,
mit großem Herz und Helferhand.
 
Die Eltern sind allein zu Haus,
Paulinchen bleibt für immer aus
und ihre Tränen fließen,
wies Bächlein auf den Wiesen.
 
 
 
 


 

Was wenn doch?

 

Ratlos lebt der Mensch auf Erden,

möchte aufgeklärt einst werden.

Stammt er aus der Sternenherde

oder aus dem Staub der Erde?

Kam er einst an Land gekrochen,

nach der Zeit als Meeresrochen?

Oder ließ er sich begaffen,

zwischenzeitlich zwischen Affen?

Wieso passt auf Erden alles?

Nur durch Zufall eines Knalles?

Wer hat Raum und Zeit erschaffen?

Warum Hass und soviel Waffen?

Wer schuf Lauf von Nächten, Tagen?

Wie begann das Herz zu schlagen?

Wer sagt Pflanzen die erblühen,

sich im Herbst zurückzuziehen?

Sollte sich der Mensch vermehren,

wenn die Leben sinnlos wären?

Wie kommt Böses auf die Welt?

Warum Kampf um Macht und Geld?

Die Erkenntnis ist wohl kläglich.

Irrte Darwin sich womöglich?

Sind wir doch im All allein?

Was wird nach dem Tod wohl sein?

Voller Rätsel scheint das Leben.

Oder sollt´ es Gott doch geben?

 

 

 

 

 

 

Irgendwann
 
Irgendwann legst du das letzte Mal mit deiner kleinen Hand deine Puppe in den Puppenwagen.
Irgendwann schaukelst du das letzte Mal singend auf der roten Schaukel.
Irgendwann schenkst du mir mit strahlendem Lächeln dein letztes selbst gemaltes Bild.
Irgendwann fragst du mich zum letzten Mal: Kannst du mir mal helfen?
Irgendwann, von einem Albtraum gequält, rufst du zum letzten Mal: Papa, komm schnell!
Irgendwann spielen wir zum letzten Mal gemeinsam Ball.
Irgendwann lese ich dir zum letzten Mal aus einem Buch vor.
Irgendwann lernen wir zum letzten Mal zusammen Vokabeln.
Irgendwann knallst du zum letzten Mal hinter dir die Tür zu.
Irgendwann werde ich bereuen, nicht noch mehr Zeit mit dir verbracht zu haben.
Irgendwann wirst du uns verlassen, irgendwann wird es still im Haus.

Irgendwann wirst du den zu Gott gewiesenen Weg allein gehen müssen.
Irgendwann werden die Erinnerungen zur Freude des Alters...


 

 

 

 

 

Sucht

 

Liebe suchte einst ein Kind,
es fand nur Lebensscherben.
Anerkennung suchte es,
man ließ im Keim sie sterben.
Vertrauen hätte es gebraucht,
doch brüchig war das Eis.
Geborgenheit und Zärtlichkeit
gab es um keinen Preis.
Liebe suchte sich ein Kind,
jedoch in falschen Kreisen,
Anerkennung fand es dort,
bei "seinen Mut beweisen".
Vertrauen gab es scheinbar dort,
als Tröster Alkohol,
doch diese Art Geborgenheit
verkam zum Pseudowohl.
Nur starke Kinder sagen nein
und dürfen Siege buchen,
starke Kinder fanden Liebe.
Vielleicht kommt Sucht von suchen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neugeboren
 
Rütteln an der Decke, Hektik plötzlich groß,
Kind drängt auf die Erde, Lebensweg geht los.
Schnee und glatte Straße, Streufahrzeug voraus,
sonst ein ruhiger Fahrer, heute scher ich aus.
 
Fahrt durch dunkle Stille, Sitz zurückgestellt,
nächste kleine Wehe, Kind will in die Welt.
Zweisamkeit wie selten, großer Augenblick,
Angst, Unwägbarkeiten, Vorahnung von Glück.
 
Ankunft in der Klinik, Schwester voller Ruh´.
Gut versorgt, behütet, Vertrauen steigt im Nu.
Mutter voller Schmerzen, Kind will in die Welt,
hilflos ihr zur Seite, nur die Hand, die hält.
 
Beten, hoffen, bangen, niemand der dich sah,
nach sehr schweren Stunden bist du endlich da.
Auf dem Bauch der Mutter, Wunder klein und bloß,
Tränen voller Freude. Schöpfer du bist groß!
 
 


 

 

 

 

 

 

 

Der Vagabund

 

Ein ostwestfälischer Landregen war an jenem Tag mein Begleiter, als ich morgens aus der Tür trat, um mich auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz zu machen. Die ersten Kunden warteten bereits vor der Tür des Reisezentrums, als ich auf diese zusteuerte, um aufzuschließen. Wie das Wetter, so war an diesem Morgen die Laune der Kunden. Ein Übriges hatte eine Dokumentation am Vorabend über die „böse Bahn“ getan, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm gelaufen war. Echte und konstruierte Pannen und Fake-News hatte man so geschickt miteinander  verschachtelt, dass die Bahn am Ende wieder einmal nur schlecht aussehen konnte. Die Früchte ernteten wir kleinen Lichter an der Basis. Doch wie immer blieben die Mitarbeiter des gesamten Teams nett und bewahrten die Contenance. Jeder Einzelne hatte sich über die Jahre zum Seelsorger, Hobbypsychologen, Ersthelfer und Beschwerdeempfänger weiterentwickelt. Um es überspitzt zu sagen, man machte uns an manchen Tagen für tausenderlei große und kleine Katastrophen und Missgeschicke auf der Erde verantwortlich. Allein dreimal war meine Lieblingsfrage schon in dieser Schicht gestellt worden: „Könne sie mir auch garantieren, dass dieser Zug an jenem Tag pünktlich fährt“?

Da ich nicht meinen besten Tag hatte, antwortete ich dem Ersten, dass ich heute Morgen zu meinem Entsetzen die Kristallkugel, mit der ich normalerweise in die Zukunft schaute, zu Haus auf dem Frühstückstisch stehen gelassen hatte. 

Dem zweiten entgegnete ich: „Aha, sie haben also meine Flügel entdeckt und somit herausgefunden, dass ich ein vom Himmel gefallener Engel bin, der sämtliches Wissen über die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft sein Eigen nennt“!

Der Dritte, kurz vor Feierabend, hatte Pech.

Diesem antwortete ich auf die Frage nach der zukünftigen Pünktlichkeitsgarantie: „Nur, wenn sie mir garantieren, dass sie dann noch leben.“

Zugegeben, die erste schwere Niederlage eines vermeintlichen Christen an diesem Tag, aber nicht die letzte. Dem setzte ich fünf Minuten vor Feierabend noch die Krone auf, als ein Kunde von mir erwartete, dass ich mich zum zwanzigsten Mal in dieser Schicht rechtfertigte, für die, laut gestriger TV-Dokumentation, eklatanten Pannen und massenhaften Verspätungen der Bahn. Da ging der Gaul mit mir durch und ich erklärte ihm mit todernster Miene, dass es daran lag, dass jedes Jahr im September neue Lokführer eingestellt würden und diese sich des Anfangs schon einmal verfuhren.

Der Kunde nickte zufrieden, murmelte: „Ach so“, und verließ unter meinem verblüfften Blick den Schalter.

Ich begab mich auf den Heimweg und erfreute mich an unserem neuen PKW, der mit allem Zipp und Zapp modernster Technik ausgerüstet war. Klimaanlage, Musikcenter, Navi, Einparkhilfe, Funkverriegelung, Tempoautomatik etc. Wie groß und unverdient war doch das Privileg, in diesem reichen Land geboren zu sein.

Hinter einer sehr unübersichtlichen Kurve sah ich ihn.

Ein alter Mann im Dauerregen, einen Koffer in der Hand, den Daumen erhoben. Diesen seltenen Anblick eines Anhalters hatte ich seit den 70er Jahren nicht mehr gesehen und da waren es eher  junge Menschen, die diese Art des Fortkommens nutzten. Ich bremste und kam in Höhe des Anhalters zum Stehen. Er öffnete die Beifahrertür und fragte, ob ich ihn bei dem Sauwetter ein Stück weit mitnähme.

„Immer herein“, antwortete ich jovial.

Eine leichte Alkoholfahne schlug mir entgegen, als sich der Straßenrandreisende mit einem Seufzen in den Sitz fallen ließ. Dem kleinen Koffer, den er vorher auf den Rücksitz deponierte, aber auch der abgewetzten Kleidung, die der Fremde trug, sah man an, dass sie schon bessere Zeiten erlebt hatten. Wir kamen ins Gespräch. Bereitwillig breitete mein neuer Mitfahrer sein verkorkstes Leben vor mir aus. Aus gut bürgerlichen Verhältnissen stammend hatte er kurz nach seinem 50. Geburtstag seinen Arbeitsplatz verloren, dann immer mehr dem trügerischen Tröster Alkohol zugesprochen. Seine Frau reichte die Scheidung ein, da sie seine Lethargie nicht mehr ertrug. Er verlor Haus und Hof und landete in der Obdachlosigkeit. So bediente er jedes Klischee des sozialen und menschlichen Abstiegs, über das er sich in jungen Jahren noch spöttisch ausgelassen hatte, wie er voller Selbsterkenntnis und Reue anmerkte. Mit seinem Schwerbehindertenausweis, den er nach einem selbst verschuldeten Unfall als Fußgänger unter Alkoholeinfluss besaß, durfte er den Nahverkehr in Deutschland frei nutzen, was er reichlich tat. Ein ruheloser Mensch sei er und stets unterwegs, um nicht in irgendeiner dunklen Ecke einer fremden Stadt elendig zu vegetieren. Zu seinem Glück träfe er immer wieder auf nette Menschen, die ihm halfen.

„Sie sind Christ?“, fragte er dann und deutete auf das am Rückspiegel baumelnde Kreuz. Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort. „Mit Christen habe ich nur die besten Erfahrungen gemacht. Die haben immer eine Mahlzeit für mich, eine Duschmöglichkeit und ein Bett zum Übernachten. Nie wurde ich abgewiesen“.

Ein Stich fuhr in meinen Magen, da ich mir ausmalte, was nun kommen würde. Wie sollte ich das Mitbringen dieses Vagabunden meiner Familie erklären? Für irgendetwas in der Ferne spenden, Unterschriftenlisten unterschreiben, Sonntag in die Messe gehen. Das war doch bisher eher mein Christenleben gewesen. Wann waren mir schon einmal so hautnah Armut, Hilflosigkeit und Schmutz begegnet? Händeringend suchte ich nach Ausreden. Mir fiel keine ein. Okay Gott, dachte ich, erwischt. Irgendwie wird das schon klargehen. In diese, meine wenig den Nächsten liebenden Gedanken, sprach mein Gast hinein:  „Würden sie wohl bitte einen kleinen Umweg machen? Wenn sie dort vorne rechts abbiegen kommen sie zum Pfarrhaus der Gemeinde. Die dort lebenden Menschen der Pfarrersfamilie sind Christen voller Nächstenliebe und geben mir immer wieder für ein paar Tage Quartier. Es wäre nett, wenn sie mich dort absetzten“.

Ein mittleres Gebirge stürzte von meinem Herzen. Freudig bog ich ab und ließ meinen Reisebegleiter, der sich überschwänglich bedankte, am Gartentor der Pfarrersfamilie aussteigen.

Abends las ich beschämt in der Bibel, dass wir jenes was wir den Kleinsten an Gutem tun, an Jesus tun.

Sind wir nicht erstarrt in Traditionen und Riten?

Wie christlich leben wir den Rest der Woche, nachdem sich die Tür der Kirchengemeinde am Sonntag beim Hinausgehen hinter uns schließt? Was setzen wir, die wir uns Christen nennen, im täglichen Leben von dem, was Jesus uns aufträgt zu tun, um?

Einmal mehr wurde mir bewusst, welches große Privileg es ist, dass wir die Bedienungsanleitung für unser Leben, die Bibel, von Gott geschenkt bekamen und dass Jesus unsere Schuld und unser Versagen an das Kreuz getragen  und gesühnt hat. Jeden Tag haben wir somit die Chance, neu zu beginnen und ernsthaft am Reich Gottes bereits jetzt hier auf Erden mitzubauen. 

         

 

 

Verkündige das Evangelium.

Wenn nötig, nimm Worte zur Hilfe.

 

(Franz von Assisi)

 

 

 

 

 

 

 

Zehn kleine Menschen    

 

Ein kleiner Mensch geht einsam durch die Welt

und fällt der Mensch, ist niemand da, der seinen Sturz aufhält.  

Zwei kleine Menschen, die gehen Hand in Hand

und wird der eine einmal schwach, dann hält der andere stand.  

Drei kleine Menschen, die waren sehr verschieden,

doch Liebe und Verbundenheit bescherte ihnen Frieden.  

Vier kleine Menschen, die bauten an der Welt,

doch jeder nahm für sich ein Stück vom großen Erdenfeld.  

Fünf kleine Menschen, die wollten gern bestimmen

und in der Gruppe ganz allein als erster vorne schwimmen.  

Sechs kleine Menschen, die konnten nicht vertrauen

und fingen an um ihren Platz ein Mäuerchen zu bauen.  

Sieben kleine Menschen, die schafften und bestellten

und hofften durch Besitz als auserwählt zu gelten.  

Acht kleine Menschen, die hatten Angst um Habe

 und trugen Liebe und Geduld in ihrem Herz zu Grabe.  

Neun kleine Menschen, die wollten Reichtum schaffen,

auf Kosten toter Seelen, mithilfe scharfer Waffen.  

Zehn kleine Menschen, die kämpften um den Sieg.

Es siegte Egoismus, denn niemals siegt der Krieg.  

Viele kleine Menschen, die machten blutig Beute

und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.                 

 

 

 

 

 

 

Gestern. Heute. Morgen.  

 

Ein Gestern legt beim Frühstück los

und macht sich sorgend wieder groß.

Was wohl geschehen wäre, wenn?

Wem nützte das, was soll das denn?  

Ach, hätte ich nur das getan.

Kann ich nicht noch, was wäre dann?

Wie konnte ich, was war ich dumm.

Das Gestern, es zermürbt kurzum.  

Da spricht das Morgen: Aber ich,

ich bin erst richtig fürchterlich.

Ich folge dir sogar ins Bett,

da war das Gestern eher nett.  

Als Sahne hat sich Milch verkleidet,

als jener Mensch am Morgen leidet.

Es freut sich recht von Herz das Morgen,

wenn Menschen sich im Voraus sorgen.  

Das Heute schaut zurück und vor

und sagt: Bleib locker, dummer Tor.

Die Sonne scheint, du bist gesund,

die Erde dreht sich und ist rund.  

Und Jesus nahm dir deine Schuld,

tut das tagtäglich mit Geduld.

Die Vögel singen schönste Lieder,

zu essen hast du heute wieder.

Ein Dach hält trocken deinen Kopf,

drum raufe dir nicht deinen Schopf.  

Was gestern war, es ist vorbei,

was morgen kommt noch einerlei.

Leb´ froh mit Gott im Augenblick,

das ist der Lebenskünstlertrick.        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Augustgedanken

 

Ferienzeit, Urlaubszeit, Sommerzeit.

Endlich einmal zur Ruhe kommen.

Lange Abende in milder Luft, Gespräche mit Freunden bei einem Glas Wein.

Aussteigen aus der Tretmühle des Alltags für eine kurze Zeit.

Freude, Spaß, miteinander etwas unternehmen, Familienleben.

Zeit aber auch für die Dankbarkeit in einem so reichen Land geboren  zu sein und einzuüben tagtäglich für die zu beten, die wegen ihres Glaubens verfolgt, unterdrückt und misshandelt werden.

Wir sind bestens versorgt, hungern nicht, leiden keinen Durst, haben ein Dach über dem Kopf und die meisten auch ein geregeltes Einkommen.

Wir können uns ein Auto leisten, mindestens einmal im Jahr in Urlaub fahren, sind verkabelt, vernetzt, haben unser Ohr am Puls der Medien. Alles selbstverständlich.

Doch selten gelingt es uns einmal zur Ruhe zu kommen.

Immer auf der Suche nach dem nächsten Kick, der bei vielen eine große Leere hinterlässt. Und der folgende Alltag lässt uns in ein Loch fallen.

Gerade die Urlaubszeit sollte uns doch eigentlich positive Impulse für den täglichen Trott bieten.

Woher kommt also dieses Gefühl der Leere.

Warum sind wir außen braungebrannt, dynamisch, fit, innen aber leer, bleich und rastlos?

Kraft und Dynamik aus der Ruhe in der Gegenwart des Schöpfers bietet jeder Tag dem Menschen, der es lernt, eine regelmäßige kurze Zeit im Kontakt mit Gott zu verbringen, kurz, zu beten.

Wann passt es besser dies einzuüben als im Urlaub?

Unter den lauten Geräuschen des Tages liegt eine Melodie unglaublicher Schönheit verborgen, die nur der hört, der alles andere einmal ausschaltet. Jedes Gebet ist eine Option auf Zufriedenheit und wird die Wirkung zeigen, die Gott ihm beimisst.

Vergesse die Seele nicht. Einer jeden ist die Sehnsucht nach wahrem Frieden und Liebe inne.

 




 

 

 

 

 

 

 

TräumerEi      

 

Ein Huhn des Biobauers Meier,  

das legte wunderschöne Eier.  

Es lebte froh auf grünem Gras,  

doch irgendwie, da fehlte was.      

 

Es ist wohl so, bei Groß und Klein,  

man könnte doch zufrieden sein.  

Doch Träume wecken manche Gier,  

darum geht es auch heute hier.      

 

Das Huhn, das wollte lieber brüten,  

statt Eier für den Bauern hüten.  

So hat es flugs ein Ei versteckt,  

gehofft, dass niemand es entdeckt.      

 

Als sich der Bauer dann entfernte,  

mit einem Korb voll Eierernte,  

da frönte es dem Gluckentrieb  

und hatte jenes Ei nun lieb.      

 

Es träumte, das dem Ei entschlüpfte,  

ein Hähnchen, das vor Freude hüpfte  

und ein potenter König war,  

von einer Riesenhennenschar.        

 

Das Huhn, das wäre Königsmutter,  

mit allerbestem Hühnerfutter.  

Die Federn würden ihm gemacht  

und auch das Nest war pure Pracht.      

 

Ihr Sohn gewänne viele Male  

auf Hühnermessen Goldpokale.  

Er wäre Star, nur er allein,  

im Rassehühnerzuchtverein.      

 

Da nahte schon der Bauer Meier,  

ihm fehlten noch so ein, zwei Eier.  

Er stellte voller Freude fest,  

da sitzt ein Huhn auf seinem Nest.      

 

Ein Griff, der Bauer nahm die Beute,  

was das erwachte Huhn nicht freute.  

Der Traum vom Ruhm ging flugs vorbei,  

er endete als Spiegelei.         

 

Das Ei ist Sinnbild dieser Welt,  

die viel verspricht, doch wenig hält.  

Auch Menschen leiden manchmal Qualen,  

zerbricht ein Wunsch wie Eierschalen.                  

 

 

 

 

 

 

 

Vom Ende betrachtet  

 

Wenn einer geht, dann hält man meist,

recht fromme Trauerreden.

Und selbst der größte Feind erfährt:
Er war geliebt von jedem.

Doch hölzern sind die Bohlen meist,

auf denen Särge liegen

und so besteht das Risiko,

dass sich die Balken biegen.

Die Liebe hinterlässt die Spur,

lässt Ewigkeit erfahren,

sie ist der Datenbindestrich,

inmitten von zwei Jahren.

Drum lebe so, dass irgendwann,

beim letzten Grabgeläut,

nicht einer nur am Grabe steht,

der sich ein wenig freut.                     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Schneckenhaus    

 

In einem kleinen Gartenstaat, da lebte zwischen Kopfsalat,

im Schutze einer dichten Hecke voll Wonne eine fette Schnecke.

Allein, von Pflanzen nur umgeben, galt dem Genuss ihr ganzes Leben.

Sie nahm von allem nur das Beste und hinterließ ein Beet voll Reste.

An einem wunderschönen Tag, als faul sie in der Sonne lag,

kam in ihr kleines Königreich, zwar andersfarbig, doch sonst gleich,

ein frohgemutes Schneckentier mit Hunger und Salatgespür.

So ist's im Leben wohl bisweilen, wer vieles hat, der sollte teilen.

Die Mär von diesem schönen Garten, die lockte Schnecken aller Arten.

Es war genug für alle da, doch Schnecke Eins, die sah Gefahr.

Ihr ging es ab sofort ganz schlecht, sie fand das Leben ungerecht,

doch war sie heut' wie gestern satt, was sie vor Wut vergessen hat.

Ihr Leben schien ihr nun verdorben, vor Selbstmitleid ist sie gestorben.

Auch Menschen geht es manchmal so, nur materielles macht sie froh

und geht es einen Schritt zurück, zerbricht ihr ganzes Lebensglück.

Gar manchen, den erzürnt das sehr und er schwimmt mit im braunen Meer.

Wer reich an Herz ist und Verstand, gibt Nächsten die gefüllte Hand

und jammert nicht ob kleiner Gaben aus prall gefüllten Honigwaben.                  

 

 

 

 

 

 

Von Kindern lernen
 
Du stellst der Welt die wahren Fragen,
entdeckst sie neu an allen Tagen,
du heuchelst niemand etwas vor,
bist ehrlich, offen, hast Humor.
Du feierst noch den Sonnenschein,
kannst tief von Herzen glücklich sein,
du achtest alle Kreaturen
und lebst dein Leben nicht nach Uhren.
Du siehst die vielen Abenteuer,
in dir brennt noch das Neugierfeuer,
du schenkst die Liebe ohne Schranken,
du gibst, du nimmst, kannst bitten, danken.
Ein Wurm beschäftigt dich für Stunden,
ein Stein heißt für dich Glück gefunden,
zum Nächsten willst du Brücken bauen,
bist noch voll Unschuld und Vertrauen.
Beim Weinen weinst du echte Tränen,
auf Lügen folgt sogleich das Schämen.
Den, den du drückst, den hast du gerne,
bewunderst Sonne, Mond und Sterne.
Du liebst es durch das Gras zu rennen,
in dir kann man noch Gott erkennen.
Noch sehe ich dich fröhlich lachen,
was wird die Welt wohl aus dir machen?
 
 

 

 

 

 

 

 

Scheiterhaufen

 

Ein Mensch, der selber Christ sich nennt

und morgens noch vor Liebe brennt,

stellt fest, nicht gerade zum Erheitern,

des Menschen Welt ist voller Scheitern.

 

Der Arbeitsweg macht keinen Spaß,

es ist schon knapp, der Mensch gibt Gas.

Es ist zwar sonnig, klar und hell,

doch trotzdem blitzt es plötzlich grell.

 

Der Mensch, der ziemlich zornig ist,

(doch dass gehört sich nicht als  Christ),

kann einen frommen Sieg verbuchen,

denn er verhindert, laut zu fluchen.

 

Dann kommt er bei der Arbeit an,

steht ohne Pause seinen Mann,

nichts klappt, der Chef wird auch noch laut,

kurzum der Tag ist schwer versaut.

 

Beim Heimweg, Wetter, Stimmung grau,

steht er zwei Stunden lang im Stau.

Zum Überfluss platzt ihm ein Reifen,

das lässt den Mensch zum Gröbsten greifen.

 

Er flucht und schimpft laut vor sich hin,

nichts Gutes mehr in seinem Sinn.

Wenn ihm noch schief kommt irgendwer,

dann macht er dem das Leben schwer.

 

Zu Hause dann, zu später Stund´,

begrüßt ihn freudevoll sein Hund.

Er wedelt glücklich mit dem Schwanz,

vollführt den reinsten Freudentanz.

 

Der Mensch bat Gott an diesem Abend,

bei einem Tässchen Tee sich labend:

Herr mache mich in dieser Welt,

zu dem, für den mein Hund mich hält!  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

Kindheit ?

 

Ein Kind, der Schule noch recht fern,
das spielte, tobte, lachte gern.
Die Eltern, voller Förderwut,
die fanden das nicht lange gut.
Für jenes Kind begann fortan
der Pisaspätfolgbildungswahn.
Von acht bis zehn zur Zwergenrunde,
von zehn bis elf Computerstunde,
von elf bis dreizehn Geige spielen,
bis vierzehn Uhr auf Tore zielen,
dann durfte kurz das Essen munden,
ab fünfzehn Uhr zwei Reiterstunden,
danach die kreative Pause,
gefolgt vom "Englischkurs zu Hause".
Das Lesen musste es erlernen,
die Namen kennen von den Sternen.
Es lernte Rechnen, Stricken, Schwimmen,
sich selbst auf Leistung nur zu trimmen.
Ein Kind das hatte kaum noch Zeit
geopfert Elterneitelkeit.
Es wurde bald, was viele sind:
Ein Lernterminkalenderkind.
Das Wichtigste blieb auf der Strecke:
das Spiel mit Kindern um die Ecke.
 
 

 

 

 

Loslassen
 
Noch eben trag ich dich im Arm,
bin glücklich stolz und froh,
schon machst du dich ins Leben auf,
das kommt wohl immer so.
 
Kaum werden deine Wurzeln stark,
durch pflegen, düngen, gießen,
sieht man auf deinem Rücken schon
ganz kleine Flügel sprießen.
 
Noch eben hast du mich gedrückt,
geknuddelt und geküsst,
gehst du mir zwanzig Schritt voraus,
weil es dir peinlich ist.
 
Unendlich hast du mir vertraut
und hingst an meinen Lippen,
nun lässt du jeden guten Rat
tief in den Abgrund kippen.
 
Noch eben hast du mich geliebt
von ganzem Kinderherzen,
schon lässt dein Hass und deine Wut,
die Elternseele schmerzen.

Kaum schließt sich hinter dir die Tür,
beginne ich zu lernen:
Ich greife traurig nach dem Wind
und du jetzt nach den Sternen.

 

 

 

 

 

 

 

Stummer Schrei

Viele Jahre sind vergangen,
seit das Töten angefangen,
denn die Früchte schneller Lieben,
werden oftmals abgetrieben.
Väter stehlen sich davon,
Ärzte nehmen Judaslohn
und das Schicksal vieler Föten,
reimt sich seit dem Tag auf Töten.
Jedes Jahr stirbt eine Stadt,
die man abgetrieben hat
und das Land schafft auf die Weise
eine Zukunft voller Greise.
Eisig weht der Todeswind,
selten sieht man dann ein Kind.
Vielen leben alt allein,
wer soll ihr Besucher sein?
Egal, wie man es dreht und wendet
was man im Mutterbauch beendet,
das ist und bleibt ein Gotteskind,
doch Egoismus macht wohl blind.
Rahel weint um ihre Kinder,
stummer Schrei zerfetzter Münder.
Wo sind die geliebten Kleinen,
zehn Millionen Seelen weinen! 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Momentaufnahme
 
Wie schnell die Zeit vorübergeht,
in der du uns beglückst
und mit der Sicht, wie du es siehst,
die Welt dir richtig rückst.
 
Wie schnell die Zeit vorübergeht,
in der du Wunder siehst
und hinter Masken dieser Welt
die reine Wahrheit liest.

Wie schnell die Zeit vorübergeht,
in der du endlos fragst
und völlig ohne jede Scham
noch Widersprüche wagst.
 
Wir schnell die Zeit vorübergeht
in der du innig spielst
und nicht nach Ruhm und Macht und Geld
bei deinen Taten schielst.
 
Wie schnell die Zeit vorübergeht,
man glaubt nicht, wie sie rennt,
drum schließen wir ihn in das Herz:
Den kindlichen Moment.


 

 

 

 

 

 

 

 

Das Petrussyndrom

 

 

Ein Mensch, der folgte Jesu Wort

und mühte sich in einem fort,

die Wege und das Ziel zu sehen,

um diese Welt gerecht zu drehen.

 

Doch trotz des Menschen guten Strebens

versagte er im Kampf des Lebens,

sank mit in Sümpfe voller Lügen,

begann zu täuschen und betrügen.

 

Bald trug er Masken aller Arten,

die seine Nächsten täglich narrten

und wechselte den Sinn und Ton

wie Farben das Chamäleon.

 

Die Fahne hing er in den Wind,

war bald für Leid und Unrecht blind,

ging mit dem Zeitgeist alle Tage,

stand auf dem schweren Teil der Waage.

 

Der Mensch, der Jesus folgen wollte

und den der Alltag überrollte,

hört plötzlich, und beginnt zu sehen,

den Hahn der Falschheit dreimal krähen.

 

Ab da beginnt er sich zu trauen

sein Leben völlig umzubauen

und wird, wie Jesus einst verkündet,

der Stein, auf den die Kirche gründet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt

 

Man muss das Leiden nicht erleben,

um Hilfe, Rat und Trost zu geben.

Man muss die Armut nicht erleben,

um von dem Reichtum abzugeben.

Man muss die Kriege nicht erleben,

um sich für Frieden zu erheben.

Beginne jetzt, fang einfach an,

weil jeder etwas ändern kann,

denn so hat Gott die Welt gemeint:

In Nächstenliebe und vereint!

 

 

 

 

 

 

 

 

Asyl  

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